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Tebartz-Vertreter Wolfgang Rösch:"Die Nerven liegen blank"

Generalvikar Wolfgang Rösch hat heute die Vertretung des umstrittenen Limburger Bischofs Tebartz-van Elst angetreten. Er wolle jetzt vor allem um Vertrauen und Gemeinschaft werben, sagt Rösch und berichtet während seines Amtsantritts auch von einem Telefonat mit seinem Vorgänger.

Generalvikar Wolfgang Rösch tritt ein schweres Erbe an. Das des umstrittenen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst. Der war wegen seines mittlerweile mehr als 30 Millionen Euro teuren Bischofssitzes in die Kritik geraten. Der 54-jährige Rösch soll es jetzt richten.

Der Vertreter des beurlaubten Bischofs will im Bistum vor allem um Vertrauen und Gemeinschaft werben. "Mein größtes Anliegen ist es, dass wir uns nicht an einer Person oder einer Frage auseinanderdividieren lassen", sagte Rösch bei seiner offiziellen Vorstellung in Limburg. Alle Menschen müssten im Bistum eine gemeinsame Zukunft haben. Zur Zukunft Tebartz-van-Elsts äußerte er sich nicht. Er vertraue darauf, dass am Ende die richtige Entscheidung getroffen werde, sagte Rösch auf die Frage, ob Tebartz-van Elst nach Limburg zurückkehren werde.

Papst Franziskus hatte dem umstrittenen Limburger Bischof vergangene Woche die Führung der Amtsgeschäfte vorerst entzogen, ihn aber im Bischofsamt belassen. Tebartz-van Elst zog sich danach aus der Öffentlichkeit zurück.

"Große Verunsicherungen"

Rösch telefonierte nach eigenen Worten in den vergangenen Tagen mit dem Bischof. Die Situation gehe ihm "unter die Haut". Doch auch bei den Mitarbeitern im Büro des Bischofs gebe es "große Verunsicherungen". Es wäre "untertrieben" zu sagen, "die Nerven liegen blank".

Tebartz-van Elst steht bereits seit Wochen in der Kritik - unter anderem wegen der Baukosten in Höhe von mindestens 31 Millionen Euro für seinen Bischofssitz sowie eines beantragten Strafbefehls wegen Falschaussage. Die Baukosten für den Bischofssitz werden von einer Prüfungskommission der Deutschen Bischofskonferenz untersucht. Diese Kommission habe ihre letzte Sitzung erst im Januar, sagte Rösch. Der Vatikan hatte ausdrücklich auf die Arbeit dieser Kommission hingewiesen, als dem Bischof vorerst die Führung der Amtsgeschäfte entzogen wurde.

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