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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Tausch dich glücklich

(Foto: imago)

Ohne Geld zum Eigenheim? Eine Kalifornierin hat einen Versuch mit einer Haarklammer gestartet.

Von Oliver Das Gupta

Vor einem Jahr, als das Coronavirus sich ausbreitete und alle Welt begann, viel Zeit zu Hause zu verbringen, hatte Demi Skipper eine Idee. Aus einer Haarklammer wollte die 29-jährige Kalifornierin ein Eigenheim machen: geldlos, nur durch Tauschen und Weitertauschen. Seitdem durchstöbert sie das Internet nach potenziellen Tauschpartnern - mit grandiosem Erfolg.

In mehreren Zyklen hat sie es unter anderem über Ohrringe, Sektgläser, einen Staubsauger, ein Skateboard mit Elektroantrieb, Notebooks und Turnschuhe, einige Autos (eines streikte allerdings bald) und Schmuck zu drei roten Traktoren gebracht, die optisch prima in einen sowjetischen Historienfilm passen würden. Das Prinzip des Tauschens ist uralt, auch wenn es nicht immer fair zuging. So sollen Niederländer vor bald 400 Jahren amerikanischen Ureinwohnern die Halbinsel Manhattan für Waren im Wert von 60 Gulden abgeschwatzt haben. Auch in der Neuzeit gab es schon spektakuläre Tauschketten: Ein Schüler aus Schleswig-Holstein begann vor einigen Jahren mit einem Luftballon und brachte es bis zur teuren Armbanduhr. Zwischenzeitlich besaß er einen gebrauchten Ford Fiesta und Studio-Zubehör der Band Rammstein.

Und dann gab es da noch den Kanadier, der mit einer roten Büroklammer startete und am Ende tatsächlich ein Haus sein Eigen nannte. Demi Skippers Idee ist also gar nicht mal so abwegig. Wobei die Kalifornierin noch einige Deals vor sich hat. Zuletzt tauschte sie die Traktoren gegen einen Gutschein einer US-amerikanischen Fastfood-Kette ein: Ein Jahr umsonst speisen plus Catering für 50 Personen - nach mehr als einem Jahr Pandemie könnte sie also das Wiedersehen mit Freunden kräftig feiern.

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© SZ/feko
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