Vermutlich Leiche von vermisster Studentin gefunden "Die Mutter hat gespürt, dass sie tot ist"

Im Sommer 2007 verschwand Tanja Gräff: Menschen informieren sich an einem Stand auf dem Hauptmarkt in Trier.

(Foto: dpa)
  • Die Leiche der seit 2007 vermissten Studentin Tanja Gräff aus Trier ist offenbar gefunden worden.
  • Beim Roden eines Steilhangs in der Nähe der Fachhochschule, wo die junge Frau zuletzt gesehen worden war, fanden Arbeiter Knochen und Kleidungsstücke.
  • Staatsanwaltschaft und Polizei gehen davon aus, dass es sich bei den Funden um die sterblichen Überreste der Studentin handelt.
  • Wie Gräff starb, ist noch immer unklar. Die Ermittlungen gehen weiter, am Nachmittag soll es eine Pressekonferenz geben.

"Es gibt genug Anhaltspunkte, dass es Tanja ist"

Die Leiche der seit fast acht Jahren vermissten Studentin Tanja Gräff ist offenbar gefunden worden. Arbeiter haben am Montagmorgen in einem mit Bäumen und Sträuchern überwucherten Steilhang bei Rodungsarbeiten menschliche Knochen, Schuhe und Kleidungsstücke gefunden. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei sind überzeugt, dass es sich bei den Funden in Trier-Pallien, "um die sterblichen Überreste" der Studentin handelt. Der Steilhang liegt in der Nähe der Hochschule, wo die Studentin 2007 nach einer Uniparty spurlos verschwand.

"Es gibt genug Anhaltspunkte dafür, dass es Tanja ist", sagt der Anwalt von Tanja Gräffs Mutter, Detlef Böhm. Für die 58 Jahre alte Mutter sei die Nachricht "eine Erleichterung", teilte Böhm mit. "Es war immer ihr erstes Anliegen, ihre Tochter in Würde beerdigen zu können", so der Anwalt. Seit dem Verschwinden von Tanja sei kein Tag vergangen, an dem die Mutter nicht an das Schicksal ihrer Tochter gedacht habe. "Sie hat gespürt, dass sie tot ist."

Wie Tanja Gräff verschwand

Auch die Polizei war davon ausgegangen, dass Tanja Gräff Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Gegen vier Uhr morgens war die damals 21-Jährige zuletzt auf dem Sommerfest an der Fachhochschule Trier gesehen worden. Zeugen wollen sie in Begleitung eines unbekannten Mannes beobachtet haben. Per Telefon hatte sie sich noch mit Freunden in der Innenstadt verabredet, doch dort kam sie nie an.

Die Polizei hatte tagelang mit einem Großaufgebot an Beamten, Hunden und Wärmebildkameras nach der Studentin gesucht und war etwa 3000 Hinweisen nachgegangen - darunter einer Spur, die zu einem See in Luxemburg führte. 62 Taucher aus drei Ländern und Sonarspezialisten erkundeten das Gewässer in einem dreitägigen Großeinsatz. Ohne Ergebnis.

Polizei will sich am Nachmittag äußern

"Es gibt keinen Tatort, keine Spuren, nichts, wo man ansetzen könnte", sagten die Ermittler immer wieder. Neben der Großfahndung der Polizei hatte die Familie eine umfangreiche Suchaktion im Internet gestartet, der Fall war auch in der Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" aufgegriffen worden.

Wie die Studentin zu Tode kam, bleibt weiterhin unklar. Am Montag suchte die Polizei rund um den Fundort der sterblichen Überreste großflächig Wald und Hang ab. Weitere Untersuchungen liefen bereits, Ergebnisse gebe es noch nicht. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen sich am Dienstagnachmittag zu der neuen Lage detailliert äußern.