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SZ-Korrespondenten über Papst-Rücktritt:Christiane Schlötzer, Istanbul, über die Türkei

Benedikt wohnt während seines Türkei-Besuchs 2006 einem muslimischen Gebet in der Blauen Moschee in Istanbul bei.

Während seines Türkei-Besuchs 2006 wohnte Papst Benedikt XVI. einem Gebet in der Blauen Moschee in Istanbul bei.

(Foto: AFP)

Auch in der mehrheitlich muslimischen Türkei macht der Papst-Rücktritt Schlagzeilen und ist den großen Tageszeitungen ganzseitige Berichte wert. "Blitz im Vatikan" titelt das Massenblatt Hürriyet, "Rücktritts-Schock" vermeldet die liberale Milliyet. Die linke Cumhuriyet druckte ihre Meldung auf schwarzem Grund, wie eine Todesanzeige.

Die Türken aber lieben auch Verschwörungstheorien, weshalb türkische Twitterer sofort die Prophezeiungen des irischen Heiligen Malachias aus dem 12. Jahrhundert hervorkramten und verbreiteten. Danach stünde nun die letzte Papstwahl in der katholischen Kirchengeschichte an, weil dann die "Stadt mit sieben Hügeln" zerstört werde. Nicht nur Rom hat sieben Hügel, auch Ostrom Istanbul, was bekanntermaßen stets erdbebengefährdet ist.

Nun ist ein Favorit für die Nachfolge Benedikts ja bekanntlich der Kurienkardinal Peter Turkson aus Ghana. "Turkson" bedeutet im Türkischen zufälligerweise: Ende der Türken. Für Verschwörungsfans könnte es kaum schlimmer (oder besser) kommen.

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