Rassistische Gesänge:Sylt ist kein Einzelfall

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Seit dem vergangenen Wochenende kam es bei privaten und öffentlichen Feiern zu weiteren Fällen von ausländerfeindlichen Gesängen. (Foto: mauritius images / Maskot)

Täglich werden bundesweit neue Fälle bekannt von Menschen, die bei öffentlichen Partys rechtsextreme Parolen grölen. Hinter dem Phänomen steckt wohl eine Strategie – und die geht auf. 

Von Lena Kampf, Marcel Laskus, Jana Stegemann, Lea Weinmann

Das berüchtigte Sylt-Video ist nur 14 Sekunden lang – das aus Sulzemoos bei Dachau geht fünf Minuten. Zu hören sind männliche Stimmen, die im „L’amour toujours“-Takt „Ausländer raus“ rufen, aber auch eine einzelne Stimme im Song, die sagt: „Nichts ist wichtiger als schöne, arische Kinder – reinrassig. Das ist die Zukunft dieser Welt.“ Das Video, das der Süddeutschen Zeitung zugeschickt wurde, wurde am Abend des 1. Mai aufgezeichnet. An diesem Abend fand in Sulzemoos das Maifest statt, der örtliche Burschenverein richtete es aus. Ein Mitglied sagt, es sei nach Ende der Veranstaltung gespielt worden. Der Bürgermeister zeigt sich bestürzt. Jetzt ermittelt das Kommissariat für Staatsschutzdelikte bei der Polizei Fürstenfeldbruck wegen des Verdachts auf Volksverhetzung. Ein Fall, der zeigt, dass rassistische Gesänge gerade nicht nur auf Sylt, sondern überall im Land zu hören sein können.

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