Sylt:Champagner, Party und offener Rassismus

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Der Pony-Club auf Sylt rückt durch das Video ins Rampenlicht. Die Mitarbeiter wollen von den Gesängen am Pfingstsamstag nichts mitbekommen haben. (Foto: dpa)

Rechte Parolen, Nazi-Gesten – und das alles ganz entspannt beim Feiern im elitären Kreis: Wie ein Partyvideo von der Insel Sylt das ganze Land in Aufruhr versetzt.

Von Ulrike Nimz, Jana Stegemann, Lea Weinmann, Vivien Timmler

Es ist die feinste Adresse der ohnehin schon teuren Insel Sylt: die Straße Strönwai in Kampen, genannt die „Whiskymeile“. Hier findet sich neben Luxusboutiquen auch das „Pony“, der exklusivste Nachtclub der Insel. Seit 55 Jahren feiern hier die Schönen, aber vor allem die Reichen – in letzter Zeit hauptsächlich die Töchter und Söhne der Reichen, kurz „Rich Kids“ genannt. Allein der Eintritt am Pfingstsamstag in das kleine Reetdach-Häuschen mit der Außenterrasse zur Straße hin kostete 150 Euro, sechs Flaschen Dom Pérignon Rosé-Champagner als „Rakete“ 3000 Euro, dafür leuchten die Etiketten der Flaschen im Dunkeln. Traditionell wird an Pfingsten die Partysaison auf Sylt eröffnet. Doch deshalb ist das „Pony“ seit Donnerstagabend nicht bundesweit in den Schlagzeilen und seit Freitag sogar Thema in der Bundespressekonferenz. Die Bürgermeister der Sylter Gemeinden teilten mit: „Solche Gäste brauchen nicht noch einmal nach Sylt zu kommen. Wir sind eine weltoffene Insel.“ Der Staatsschutz ermittelt.

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