Super Bowl:Die Mutter aller Spektakel

Super Bowl: Mit 30 Kühllastern wurde der Rollrasen nach Las Vegas in die Wüste transportiert.

Mit 30 Kühllastern wurde der Rollrasen nach Las Vegas in die Wüste transportiert.

(Foto: Matt York/AP)

Die ohnehin irre Logistik des Super Bowl erhält durch Taylor Swift eine neue Dimension: Sie gibt in der Nacht vor dem Finale in Las Vegas ein Konzert in Tokio - und wird pünktlich zu Spielbeginn im Stadion sein.

Von Jürgen Schmieder, Las Vegas

Nein, Taylor Swift besitzt keine Zeitmaschine. Wie in aller Welt will sie also am Samstagabend ein Konzert in Tokio geben - und am Sonntagnachmittag zu Beginn des Super Bowl in Las Vegas sein? Nun, das liegt an der Zeitverschiebung zwischen beiden Städten: 17 Stunden. Der Auftritt dürfte nach dreieinhalb Stunden um 21.30 Uhr Tokio-Zeit vorbei sein; Experten schätzen, dass ihr Privatjet Dassault Falcon 7X zwei Stunden später vom Haneda-Flughafen abheben kann, der 30 Minuten vom Tokio Dome entfernt gelegen ist. Nach maximal zwölf Stunden Flugzeit dürfte sie um 18 Uhr in Vegas landen - am Samstagabend Ortszeit. Swift könnte also noch die Sau rauslassen, das Spiel zwischen den Kansas City Chiefs (bei denen Swifts Partner Travis Kelce spielt) und den San Francisco 49ers beginnt um 15.30 Uhr am Sonntag.

Die Reise der Entertainerin, die gerade mit dem vierten Grammy in der Hauptkategorie für ihr Album "Midnights" Geschichte geschrieben hat, verleiht dem logistischen Irrsinn, der dieses Spektakel anlässlich des Endspiels der American-Football-Liga NFL begleitet, eine weitere Ebene. Der Super Bowl ist ein sogenanntes National Security Special Event, also auf einer Stufe mit der Amtseinführung des US-Präsidenten. Zum ersten Mal findet das Spektakel in der Spektakelstadt Las Vegas statt.

Ein Ereignis dieser Dimension (allein in den USA sehen mehr als 115 Millionen Leute live zu) stellt Städte vor Herausforderungen, Metropolen wie Los Angeles (2022) vor andere als kleinere Städte wie Phoenix (2023) oder nun das ohnehin blitzende und blinkende Paradies in der Wüste; und nein, kein Witz: Das Stadion befindet sich auf der Westseite des legendären Strip und damit offiziell in einer Stadt, die tatsächlich "Paradise" heißt.

"Die Stadt ist Spektakel gewohnt; mehrere Events an verschiedenen Orten gleichzeitig; das Bewirten von VIPs", sagt Organisationskomitee-Chef Sam Joffray zur SZ. Gewöhnlich kommen jedes Jahr 300 000 Leute zum Super Bowl nach Vegas: "Da packen wir heuer noch mal 125 000 drauf, weil das Spiel hier stattfindet."

Vieles ist da, anderes muss gebracht werden. Der Rasen zum Beispiel, der vergangene Woche in 30 Kühllastern in die Wüste transportiert wurde und nun außerhalb des Stadions drauf wartet, reingefahren zu werden. Etwa 1000 Lastwagen voller Equipment rollten seit Jahresbeginn nach Vegas; in der Woche vor dem Spiel sollen es weitere 300 pro Tag sein; darunter 500 Trucks allein für die Halbzeit-Show von Rapper Usher. Dessen Bühne muss - genau deshalb war Rihanna vergangenes Jahr auf sieben hängenden Plattformen unterwegs - so gestaltet sein, dass sie das Spielfeld nicht beschädigt. Dazu kommen die 135 Tonnen Equipment, die beide Teams von ihren Halbfinalspielen in Flugzeugen und Lastwagen nach Vegas bringen.

Super Bowl: Alle 400 Flugzeugparkplätze sind vergeben, einer ist für Taylor Swift reserviert.

Alle 400 Flugzeugparkplätze sind vergeben, einer ist für Taylor Swift reserviert.

(Foto: Julio Cortez/AP)

Apropos Flugzeug. Alle 400 Flugzeugparkplätze sind vergeben, sagt ein Sprecher der Flughäfen von Vegas. Es gebe noch ein paar Lande-Spots für Privatflugzeuge, insgesamt werden in den 72 Stunden vor dem Super Bowl 1000 Privatflugzeug-Landungen erwartet; zum Beispiel von 49ers-Milliardärsfans aus dem Silicon Valley. Man könne Leute rauslassen, müsse dann aber wieder losfliegen und das Flugzeug woanders parken, im 350 Kilometer entfernten Palm Springs etwa - und nach dem Spiel die Gäste wieder aufsammeln. Taylor Swift braucht das nicht; sie hat sowohl Lande-Spot als auch Parkplatz sicher.

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