Süddeutsche Zeitung

Südkorea:Mindestens 16 Tote bei Open-Air-Konzert

  • In Südkorea sind zahlreiche Menschen in einen Lüftungsschacht gestürzt, weil das Gitter nachgab; mindestens 16 von ihnen sind gestorben.
  • Sie waren auf den Schacht geklettert, um eine bessere Sicht auf eine Open-Air-Bühne zu haben.

Fans stürzen durch Gitter in Tiefgarage

16 Besucher eines Popkonzerts in Südkorea sind beim Sturz in einen mindestens zehn Meter tiefen Lüftungsschacht ums Leben gekommen. Weitere Menschen wurden verletzt, als das Gitter des Schachts einbrach, teilte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde mit. Die Opferzahl könne noch steigen, weil es auch Schwerverletzte gebe. Das Unglück geschah vor einer Freiluftbühne in dem nahe Seoul gelegenen Ort Seongnam.

Band bekommt von Unglück zunächst nichts mit

Fernsehberichten zufolge waren 25 Fans in den Schacht gefallen. Demnach hatten sie sich auf den etwa schulterhoch aus dem Boden ragenden Lüftungsschaft gestellt, um eine bessere Sicht auf die beliebte Girlgroup 4Minute zu haben. Dem Nachrichtenkanal News Y zufolge schien der Band zunächst nicht klar zu sein, was passiert war. Sie spielte erst einmal weiter.

Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Der TV-Sender Arirang berichtete, dass Sicherheitskräfte die Besucher während des Konzerts davor gewarnt hätten, sich auf das Lochgitter zu stellen. Fast tausend Menschen waren zum Konzert von 4Minute gekommen.

Das Unglück ereignete sich zu einem Zeitpunkt, da viele Südkoreaner noch immer nicht das verheerende Fährunglück vom April vor der Südwestküste des Landes verarbeiten haben. Bei dem Untergang der Sewol waren etwa 300 Menschen ums Leben gekommen. Die Katastrophe hatte eine Debatte über die Sicherheitsstandards im Land in Gang gesetzt. Nach Angaben der Ermittler war die Fähre deutlich überladen gewesen.

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SZ.de/dpa/AFP/fran/kat
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