Südafrika Krawalle erschüttern Slums von Johannesburg

Südafrika ist für seine tiefen sozialen Spannungen bekannt- nun fürchten Tausende Zuwanderer aus den Nachbarländern um ihr Leben. Denn in immer mehr Armenvierteln versuchen einheimische Arme, sie gewaltsam zu vertreiben.

In Südafrika haben sich die seit Tagen andauernden ausländerfeindlichen Unruhen auf ein weiteres Armenviertel von Johannesburg ausgeweitet. Bei den neuen Krawallen im Diepsloot-Township wurde die Polizei mit scharfer Munition beschossen. Mehrere Läden seien geplündert und Barrikaden errichtet worden.

Zwei verhaftete Randalierer werden von der Polizei abgeführt - doch die Unruhen in Johannesburg gehen weiter.

(Foto: Foto: dpa)

Auch aus dem Ort Olifantsfontein wurden Überfälle auf drei Dutzend Ausländer aus anderen afrikanischen Staaten bekannt, die misshandelt und ausgeraubt wurden. Nicht bestätigen konnte die Polizei dagegen Rundfunkangaben, wonach bei den neuen Krawallen mindestens zwei Menschen getötet wurden.

Mehr als 1000 Ausländer übernachteten aus Angst um ihr Leben erneut in einer Polizeistation. Im Fernsehen hatten die Bewohner die meist aus afrikanischen Nachbarländern stammenden Ausländer zum Verlassen des Landes aufgefordert. Sie werfen ihnen vor, kriminell zu sein und Südafrikanern die Arbeitsplätze streitig zu machen.

Nach Schätzungen leben bis zu drei Millionen Simbabwer in Südafrika, die vor dem Chaos in ihrem Land geflohen sind. Vertreter von Regierung, Menschenrechtsorganisationen, Parteien und Kirchen hatten die Übergriffe, die in dem Armenviertel Alexandra begonnen hatten, aufs Schärfste verurteilt.

Am Wochenende soll die Ausländerfeindlichkeit auch bei landesweiten Protestkundgebungen des Gewerkschafts-Dachverbands COSATU aufgegriffen werden.

Regierungsvertreter erklärten am Donnerstag, dass gewöhnliche Kriminelle hinter den ausländerfeindlichen Übergriffen steckten, um Häuser zu plündern und Frauen zu vergewaltigen. Das belege auch die Tatsache, dass es sich bei zwei der offiziell drei Toten um südafrikanische Staatsangehörige handele. Die Opposition hatte am Vortag die Entsendung des Militärs gefordert.