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Suche nach MH370:Suchmannschaften hoffen auf neues Blackbox-Signal

Das riesige Areal konnte eingegrenzt werden und das Wetter im Indischen Ozean ist günstig. Doch das Suchteam hat die Ultraschallsignale, die vermeintlich von der Blackbox der vermissten Malaysia-Airlines-Maschine stammen, verloren.

Es ist noch keine 24 Stunden her, da klangen die Nachrichten über die Suche nach dem verschollenen Flugzeug der Malaysia Airlines optimistisch. Gleich zwei Schiffe hatten pulsierende Signale aufgefangen, die von der Blackbox des Passagierjets stammen könnten. In einem Fall war es sogar gelungen, dass Signal mehr als zwei Stunden lang nachzuverfolgen. Angus Houston, der Leiter des internationalen Suchteams sprach deshalb von "sehr ermutigenden" Ansätzen. Auch der malaysische Transportminister Hishammuddin Hussein rechnete bei einer Pressekonferenz in Kuala Lumpur damit, dass es "in den kommenden Tagen, wenn nicht Stunden eine positive Entwicklung" geben werde.

Vielleicht war Hussein mit seinen Aussagen zu voreilig - wie des Öfteren in den vergangenen vier Wochen, in denen erfolglos nach Flug MH370 gesucht wurde.

Denn das Ultraschallsignal, das zum Flugschreiber der vermissten Boeing passen könnte, haben die Suchmannschaften nicht wieder aufspüren können. Es gilt als äußerst wichtig, um das Unglück aufklären und das Wrack der höchstwahrscheinlich abgestürzten Maschine finden zu können.

Auch wenn zwei unterschiedliche Schiffe innerhalb der letzten Tage Signale empfangen haben, ist nicht klar, ob die Signale auch von derselben Quelle stammen. Suchkorrdinator Houston hält das für eher unwahrscheinlich. Gleichzeitig fügte er jedoch hinzu: "In der Tiefsee passieren im Hinblick auf akustische Signale komische Dinge."

Gerade unter Wasser wirken zahlreiche Einflussfaktoren, das macht die Deutung, woher ein Signal kommt, umso schwerer. "In der Luft bewegt sich Schall in einer geraden Linie. Im Wasser wird er jedoch durch Temperatur, Druck und Salzgehalt beeinflusst", zitiert CNN den Kommandeur der militärischen Einsatzgruppe, Peter Leavy. Demnach sei es möglich, dass Schall unter Wasser große Entfernungen zurücklege.

Das australische Schiff Ocean Shield ist am Dienstag weiter im Einsatz, um die zuvor aufgefangenen Signale wieder aufzuspüren. Erst wenn man erneut ein Signal geortet habe, werde ein kleines U-Boot herabgelassen, das Unterwasseraufnahmen in der Tiefe machen soll. Es solle nur dann auf gut Glück zum Meeresgrund geschickt werden, wenn die Batterien der Blackbox "ohne Zweifel" leer seien, sagte Houston. "Wenn wir neue Signale empfangen, hilft uns das, auf dem Meeresgrund besser zu orten und wir könnten eine stärker eingegrenzte visuelle Suche angehen", sagte der Suchkoordinator.

Suchgebiet umfasst noch immer 75.000 Quadratkilometer

Eine gewisse Eingrenzung des Gebietes im Indischen Ozean ist bereits gelungen. Wie der US-Sender CNN berichtet, hat sich das Areal, das ursprunglich ungefähr die Größe Großbritanniens umfasste, inzwischen um zwei Drittel der Fläche verkleinert. Es ist jetzt etwa 75.000 Quadratkilometer groß.

Der australische Verteidigungsminister David Johnston, der die gute internationale Zusammenarbeit lobte, bezeichnet die Suche nach der Maschine als "Herkulesaufgabe". Am Dienstag waren seinen Angaben zufolge 14 Flugzeuge, 14 Schiffe und drei Hubschrauber im Einsatz. Immerhin ist das Wetter in der Suchregion etwa 2000 Kilometer nordwestlich von Perth derzeit günstig.

Allerdings bleibt womöglich nur noch wenig Zeit: Die Batterie der Blackbox ist auf 30 Tage ausgelegt; rein rechnersich war ihre Kapazität an diesem Montag erschöpft. Allerdings könnte es Experten zufolge sein, dass die Blackbox noch einige Tage weiter sendet. Die 30-Tage-Frist ist ähnlich zu verstehen wie ein Mindesthaltbarkeitsdatum bei Lebensmitteln.

Nach dem Absturz einer Air-France-Maschine vor Brasilien im Jahr 2009 hatte die französische Flugsicherheitsbehörde empfohlen, die Kapazität der Batterie auf 90 Tage zu erhöhen - bisher ist diese Empfehlung nicht umgesetzt worden.

© SZ.de/dpa/AFP/olkl/cam

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