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Suche nach Flugzeug im Indischen Ozean:So könnte das Aufspüren von MH370 funktionieren

search for MH370

Ein AP-3C Orion-Suchflugzeug der Australischen Luftwaffe kreist über dem Spezialschiff Oceach Shield

(Foto: dpa)

"Ich glaube, wir suchen im richtigen Gebiet", sagt der Chef des internationalen Teams, das das verschollene Flugzeug aufspüren soll. Doch noch immer ist das Signal, das möglicherweise von der Black Box stammt, nicht genau lokalisiert. Erst wenn ungefähr klar ist, wo das Wrack liegt, kann die eigentliche Arbeit mit U-Booten beginnen.

Schon 33 Tage wird nach dem verschollenen Flugzeug der Malaysia Airlines gesucht, doch Angus Houston, der Koordinator des internationalen Suchteams, muss bei seinen Statements noch immer ziemlich oft relativieren. Er benutzt dann Wörter wie "vielleicht" oder "möglicherweise", er spricht von Denken, Glauben, Hoffen und Vermuten - aber nicht von Wissen.

"Ich glaube, wir suchen im richtigen Gebiet", sagt Houston also am Mittwoch im australischen Perth auf der täglich stattfindenden Pressekonferenz. Und weiter: "Ich bin zuversichtlich, dass wir das Flugzeug oder das, was noch vom Flugzeug übrig ist, finden - und zwar in nicht allzu ferner Zukunft."

Die Angehörigen der 239 Insassen von Flug MH370 müssen seit dem 8. März eine quälende Ungewissheit ertragen. Vermeintlich im Ozean gefundene Wrackteile stellten sich mehrmals als gewöhnlicher Müll heraus. Gleichzeitig wird die Suche immer schwieriger, weil die Batterien, die den Ultraschallsender der Black Box antreiben, allmählich zur Neige gehen. Houston hat deshalb die schwierige Aufgabe, eine Balance zu finden zwischen einer realistischen Einschätzung der Lage und vorsichtigem Optimismus.

Am Mittwoch ging es wieder ein bisschen mehr in Richtung Optimismus: Nachdem die Mannschaft des Suchschiffes Ocean Shield mit ihrem Spezialgerät zwei Tage lang keinerlei Ultraschallwellen im Meer ausmachen konnte, ist es ihr jetzt gelungen, das pulsierende Signal wieder zu empfangen. Und zwar gleich zwei Mal. Das erste Mal dauerte es fünf Minuten und 32 Sekunden, das zweite Mal sieben Minuten.

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Einen Monat nach dem Verschwinden des malaysischen Passagierflugzeugs mit der Nummer MH370 empfängt ein australisches Schiff weitere Signale, die von der Blackbox der Boeing stammen könnten. Die Suchteams rechnen damit, bald auf Trümmer zu stoßen - doch die akustischen Zeichen werden schwächer.

"Natürliche Quelle" ausgeschlossen

Bereits am Samstag war es gelungen, die Ultraschallwellen zweimal zu messen. Untersuchungen dieser beiden akustischen Signale, so Houston, hätten ergeben, dass sie mit den Frequenzen eines Flugschreibers übereinstimmten. Demnach wurden sie in regelmäßigem Abstand von etwa einer Sekunde bei einer Frequenz von 33,33 Kilohertz ausgesandt. Experten schließen daher aus, dass sie von einer "natürlichen Quelle" stammen könnten, etwa von Walen.

Jetzt, wo die Suche offenbar Fortschritte macht, sieht sich Houston mit Fragen konfrontiert, wie es in den kommenden Stunden und Tagen weitergeht. Konkret geht es darum, wann mit Unterwasserfahrzeugen auf den Meeresgrund gesucht werden kann. "Ich könnte mir vorstellen, dass man relativ bald etwas runterschickt, um sich mal näher umzusehen", so die vage Aussage des Suchteam-Chefs dazu.

Vereinfacht ausgedrückt gibt es zwei Arten von Unterwasserfahrzeugen, die bei der Suche nach einem Flugzeugwrack und der anschließenden Bergung zum Einsatz kommen könnten: sogenannte AUV und ROV.

  • AUV steht für Autonomous Underwater Vehicle, zu Deutsch: autonomes Unterwasserfahrzeug. Autonom deshalb, weil es sich, angetrieben von einer Lithium-Batterie, in großen Tiefen bewegen kann, ohne an ein Schiff angedockt zu sein. Wo genau gesucht werden soll, wird von den Experten an Bord des Schiffes programmiert, dann wird das AUV hinabgelassen, zeichnet auf dem Meeresboden Daten auf, taucht wieder auf und die Forscher können die Daten auslesen. Ein AUV kann immer etwa 22 bis 23 Stunden im Wasser bleiben. Die Fahrzeuge verfügen über verschiedene Echolote und Sonarsysteme, mit denen der Meeresboden gescannt und kartiert werden kann. Eine Kamera ermöglicht die Dokumentation. Der Nachteil ist, dass der Einsatz nicht flexibel angepasst werden kann und durch das Auslesen der Daten sowie das Aufladen der Batterien eine Wartezeit entsteht.
  • ROV steht für Remotely Operated Vehicle, zu Deutsch: ferngesteuertes Fahrzeug. Hierbei handelt es sich um Unterwasserroboter, die mithilfe eines Glasfaserkabels von einem Schiff aus mit Strom versorgt werden. Sie sind für die Arbeit in extremen Tiefen konzipiert und haben Spezialgeräte an Bord, unter anderem Greifarme - Manipulatoren, wie die Fachleute sagen - um beispielweise Proben zu entnehmen. Ihr großer Vorteil ist, dass die Einsatzdauer durch die permanente Energiezufuhr nicht beeinträchtigt wird. Außerdem liefern ihre Kameras quasi Livebilder aus der Tiefsee. Wenn auf denen etwas Interessantes auftaucht, kann das Fahrzeug spontan zu der entsprechenden Stelle bewegt werden. ROVs haben allerdings einen eher kleinen Aktionsradius.