TiereVögel haben eher Angst vor Frauen

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Eine Saatkrähe in Straubing.
Eine Saatkrähe in Straubing. Armin Weigel/dpa

Stadtvögel fliehen deutlich schneller vor Frauen als vor Männern. Das hat eine Studie der Agraruniversität Prag ergeben. Nur: Was folgt daraus?

Von Martin Zips

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Ist es nicht dumm von Stadtvögeln, dass sie Männer näher an sich heranlassen als Frauen? Die Studie eines internationalen Forschungsteams der Agraruniversität Prag hat das gerade ergeben. 2701 Mal haben sich vier Wissenschaftlerinnen und vier Wissenschaftler in fünf verschiedenen Ländern allerlei urbanem Gefieder genähert. Kamen Frauen den Vögeln nahe, nahmen diese im Durchschnitt einen Meter früher Reißaus.

Nun sollte man daraus keine voreiligen Schlüsse ziehen. Laborratten zum Beispiel haben offenbar deutlich mehr Angst vor Männern als vor Frauen, wie vor vier Jahren eine kanadische Studie ergab. Und sind es nicht sowieso fast immer Kinder, die uns alle in ständige Alarmbereitschaft versetzen sollten? Kinder, vor allem Jungs, zerdrücken Käfer, zerschneiden Regenwürmer und werfen beim Frühstück den Brotkorb um.

Jedenfalls, und das geben die Prager Forscher schon auch zu: So richtig wissen sie jetzt gar nicht, was sie mit ihrer Studie anfangen sollen. Bei Wildkaninchen hat man ja bereits vor Jahren herausgefunden, dass diese sich vor Hunden, die angeleint sind, weit weniger fürchten als vor nicht angeleinten. Das war schon interessant. Und bei Krötenechsen, so ergab eine weitere Studie, haben Einzelgänger bei Angriffen, vor allem durch Spaziergängerinnen, deutlich bessere Überlebenschancen. Interaktion lenkt doch nur ab.

Ob diese wichtigen Einsichten auch der Stadttaube helfen? Die Stadttaube, sagen die Prager Forscher, flieht im Park noch später davon als die Elster. Wie gut also, dass das Uni-Team jetzt die Ausweitung des Versuchs mit noch mehr Testpersonen vorgeschlagen hat. In der Nähe von Stadtparks finden sich meist sehr, sehr nette Cafés mit herrlichen Sonnenterrassen. Dort, das können wir bestätigen, reicht der menschliche Reflex selten aus, wenn sich mal wieder eine Meise oder ein Kind dem Brotkorb nähert. Vielleicht sollte man Meisen und Kinder einfach grundsätzlich anleinen. Kaffeehausbesuchern aber ihre Interaktionen zu verbieten: Das geht nicht.

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