Stromausfall in Hannover 20 Minuten Dunkelheit

In Hannover ist am Mittwochabend vorübergehend komplett der Strom ausgefallen. Dafür reichte offenbar ein technischer Defekt. Kritisch war der Blackout vor allem für Altenheime.

In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover ist am Mittwochabend für 20 Minuten der Strom ausgefallen. Um circa 22.40 Uhr brach den Stadtwerken Hannover zufolge die komplette Stromversorgung zusammen. Ab 23 Uhr konnten nach und nach wieder mehrere Stadtteile versorgt werden, gegen Mitternacht die gesamte Stadt.

20 Minuten Stillstand: Ein Straßenbahn in Hannover hängt mitten auf der Strecke fest. Die Autos fahren weiter.

(Foto: dapd)

Das Betreiberunternehmen Enercity erklärte den Ausfall mit einem technischen Defekt in einem Kraftwerk bei Peine. Um 22.34 Uhr sei ein sogenannter Netzkuppler im Kraftwerk Mehrum ausgefallen. Das habe zu einem massiven Spannungseinbruch geführt.

Flug- und Bahnverkehr auf Notstrom

Die Feuerwehr bezeichnete die Lage während des Stromausfalls als unübersichtlich. Ein Brand bei der medizinischen Hochschule nahm den Angaben zufolge zudem viele Kräfte in Anspruch, stellte sich dann aber als harmlos heraus.

350 Einsatzkräfte und von Feuerwehr und Rettungsdiensten waren insgesamt im Einsatz. Kritisch sei der Stromausfall besonders für Alten- und Pflegeheime gewesen, weil dort Menschen auf Beatmungsgeräte angewiesen sind, die nur noch im Akkubetrieb laufen konnten, sagte ein Feuerwehrsprecher. Verletzt worden sei aber niemand. Insgesamt gingen 785 Notrufe bei der Feuerwehr ein, die zu 75 Einsätzen führten. In neun Fällen mussten Menschen aus festsitzenden Aufzügen gerettet werden.

Kaum Verkehrsunfälle

Glimpflich verlief der Stromausfall auch auf dem Flughafen sowie im Bahn- und Autoverkehr. Auf dem Hannover Airport in Langenhagen fiel nach Angaben der Bundespolizei zwar zeitweilig der Strom aus, die Notstromversorgung habe aber umgehend eingesetzt. Ein Sprecher des Flughafens hatte zunächst gesagt, der Flughafen sei vom Stromausfall nicht betroffen gewesen.

Mit Notstrom wurde auch der Hauptbahnhof in Hannover versorgt. Es sei lediglich zu leichten Verspätungen gekommen, weil Züge dunkle Vorortbahnhöfe mit verminderter Geschwindigkeit passieren mussten, sagte ein Bahnmitarbeiter. Auf den Straßen gab es laut Polizei nicht mehr Unfälle als in einer gewöhnlichen Nacht.

Bei einigen Einbruchdiebstählen im Stadtteil Roderbruch geht die Polizei allerdings davon aus, dass die Situation ausgenutzt wurde. Dort seien bei vier Geschäften die Scheiben zerschlagen und vor allem Zigaretten gestohlen worden.