Stiftung Warentest Jedes vierte Produkt für Kinder mangelhaft

Welches Spielzeug enthält Schadstoffe, wo lauern Gefahren. Die Stiftung Warentest appeliert an die Eltern, beim Kauf kritisch zu sein.

(Foto: Robert Haas)
  • Die Stiftung Warentest hat Produkte für Kinder getestet: 28 Prozent sind durchgefallen.
  • Dieser Wert liegt deutlich über dem Durchschnitt aller Produkte.
  • "Erschreckend", nennt Verbraucherministerin Barley das Ergebnis.

Autokindersitze, Laufräder oder Buntstifte: Jedes vierte Produkt für Kinder ist laut Stiftung Warentest unsicher. Von etwa 278 untersuchten Produkten hätten 79 "schwerwiegende Sicherheitsmängel", wie die Stiftung in Berlin mitteilte. Die Warentester bilanzierten 15 Untersuchungen von Kinderprodukten aus diesem und dem vergangenen Jahr. Kinderprodukte schnitten in puncto Sicherheit deutlich schlechter ab als andere Konsumgüter, sagte Stiftungsvorstand Hubertus Primus. "Sie bergen Unfallgefahren, sind schadstoffbelastet oder versagen bei der Datensicherheit."

Die Produkttester konnten nach eigenen Angaben reizende und krebserregende Schadstoffe in jedem fünften Produkt nachweisen. Dazu zählten Buntstifte, Spielschleim oder Laufräder. Einige Produkte übersteigen demnach die zulässigen Grenzwerte und hätten gar nicht verkauft werden dürfen. Weitere Produkte sind laut Stiftung unsicher und bergen Unfallrisiken, darunter Hochstühle oder Matratzen. Auch digitale Produkte stehen in der Kritik: Drei smarte Spielzeuge hätten eine ungesicherte Verbindung zum Handy. Kinder könnten so leicht ausspioniert werden.

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Insgesamt fielen mehr als ein Viertel (28 Prozent) aller von Stiftung Warentest überprüften Kinderprodukte durch. Dieser Wert liegt deutlich über dem Durchschnitt der von der Organisation getesteten Produkte. Dort fallen im Schnitt nur sieben Prozent durch. Ein besonders bedenkliches Ergebnis hat es bei Kinder-Hochstühlen gegeben. Dabei ließen die Tester jedes zweite von 20 getesteten Produkten durchfallen.

Bundesverbraucherministerin Katarina Barley (SPD) nannte die Ergebnisse erschreckend. Es handele sich um einen besonders sensiblen Bereich. Kritisch sieht die Ministerin vor allem die Möglichkeit, Kinder über Spielzeug auszuspionieren und zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen. An diesem Punkt werde Spielzeug zu einem "Einfallstor für eine besorgniserregende Entwicklung".

Stiftung Warentest forderte die Hersteller auf, die Qualität der Produkte zu verbessern und regelmäßig zu kontrollieren. Auch die Marktaufsichtsbehörden sollten die Qualität besser überprüfen. Letztendlich sei auch der Verbraucher gefordert, Waren für Kinder gezielter auszuwählen, auf Qualitätssiegel zu achten und "nicht jeden Schrott zu kaufen", sagte Stiftungsvorstand Primus. Wenn ein Produkt schon seltsam rieche, sei das kein gutes Zeichen.

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