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Sternenhimmel Dezember:Jupiter und Saturn treffen sich zum kosmischen Rendezvous

Sternkarten für Dezember 2020, zum Beitrag von H. Hornung.
(Foto: M. Rothe)

Der Winter beginnt - zumindest der astronomische. Und was steckt eigentlich hinter dem biblischen Weihnachtsstern? Auch das kann man derzeit in den Sternen beobachten.

Von Helmut Hornung

Highlight: "Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war." Diese Zeilen aus dem Matthäusevangelium beschäftigten schon den Astronomen Johannes Kepler im 17. Jahrhundert. Was steckt hinter dem biblischen Weihnachtsstern - ein heller Planet? Ein Komet? Eine Supernova? Kepler meinte, dass die dreifache enge Begegnung von Jupiter und Saturn im Sternbild Fische das Rätsel lösen könnte. Eine solche "Größte Konjunktion" ist sehr selten und spielte sich in den Jahren 6 und 7 vor Christus ab, also zur Zeit des vermuteten Geburtsdatums von Jesus. Noch heute präsentieren viele Planetarien diese Version der Geschichte.

Im Dezember haben Sterngucker die Gelegenheit, das kosmische Rendezvous live zu verfolgen: So rückt Jupiter in den nächsten Wochen immer näher an Saturn heran. In der Abenddämmerung des 17. Dezember gesellt sich die schmale Sichel des zunehmenden Mondes zu dem Planetenduo. Am 21. Dezember erreichen Jupiter und Saturn mit sechs Bogenminuten - das entspricht einem Fünftel des Vollmonddurchmessers - ihren geringsten Abstand. Der schwächer leuchtende Saturn lässt sich mit bloßem Auge dann kaum noch beobachten, weil er in den Strahlen des helleren Jupiters untergeht. Hier hilft der Blick durch ein Fernglas, um den "Weihnachtsstern" aufzulösen.

Sternkarten für Dezember 2020, zum Beitrag von H. Hornung.
(Foto: M. Rothe)

Sterne und Sternbilder: Am östlichen Firmament stehen abends die Winterbilder Orion, Zwillinge und Stier sowie der offene Sternhaufen der Plejaden. Hoch im Süden leuchten Pegasus und die daran angehängte Sternenkette der Andromeda. Knapp über dem Südwesthorizont funkelt der Stern Fomalhaut. Die Deichsel des tief stehenden Großen Wagens zeigt zum Nordpunkt, im Nordosten blinkt Kapella im Fuhrmann, hoch im Norden schimmert Kassiopeia. Am nordwestlichen Himmel leuchten Deneb im Schwan und Wega in der Leier.

Planeten, Mond und Meteore: Merkur bleibt unsichtbar, Venus zeigt sich noch als Morgenstern knapp über dem Osthorizont. Mars in den Fischen zieht schon in der Abenddämmerung im Osten die Blicke auf sich; in der Nacht zum 24. Dezember läuft der zunehmende Mond südlich am Roten Planeten vorbei. Jupiter und Saturn geben mit ihrem engen Treffen am frühen Abend des 21. Dezember eine spektakuläre Abschiedsvorstellung. Der Fahrplan des Mondes: letztes Viertel am 8., Neumond am 14., erstes Viertel am 22. und Vollmond am 30. Dezember. In der Nacht zum 14. Dezember erreichen die Geminiden ihr Maximum, stündlich werden Dutzende Sternschnuppen aufblitzen. Am 21. Dezember passiert die Sonne den tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn, um 11.02 Uhr beginnt der astronomische Winter.

© SZ/moge
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