Sternenhimmel September:Das kleine A bis G

Sternenhimmel September: Der Nordhimmel im September.

Der Nordhimmel im September.

(Foto: Martin Rothe)

Wer ein großes Teleskop besitzt, der kann die Ringe des Saturn genau analysieren. Zur Beobachtung des Wirbelsturms auf dem Jupiter reicht schon ein kleines Fernrohr völlig aus.

Von Helmut Hornung

Highlight: Ein Planetenquartett zeigt sich jetzt im Laufe der Nacht dem bloßem Auge: Venus am morgendlichen Osthimmel und Mars, der Mitte September gegen 21 Uhr aufgeht, leuchten am hellsten. Nach Einbruch der Dunkelheit stechen im Süden zwei helle Lichtpunkte ins Auge: Jupiter und Saturn. Die beiden riesigen Gasplaneten - Jupiter hat 140 000 Kilometer Durchmesser, Saturn 120 000 Kilometer - werden sich in den kommenden Monaten einander noch weiter annähern. Vor Kurzem haben die Astronomen spektakuläre Infrarotbilder von Jupiters dichter Gasatmosphäre veröffentlicht. Auf den kombinierten Aufnahmen mehrerer Teleskope zeigt sich das turbulente Wetter des Planeten, etwa der Große Rote Fleck. Systematisch beobachten die Forscher diesen mehr als erdgroßen Wirbelsturm seit 1831. Er wurde vermutlich schon vor 350 Jahren erstmals gesichtet und lässt sich in modernen Amateurteleskopen erspähen. Ein weiterer Leckerbissen für Sternfreunde sind die Saturnringe, die im kleinen Fernrohr ab 50-facher Vergrößerung erscheinen. Große Teleskope und Raumsonden haben sieben deutlich voneinander getrennte Ringkomponenten gefunden, A bis G genannt. Das gesamte System besitzt einen Durchmesser von ungefähr einer Million Kilometer, ist aber nur wenige Hundert Meter dünn. Es besteht aus Eis- und Gesteinsbrocken, manche messen wenige Millimeter, andere einige Dutzend Meter.

Sternenhimmel September: Der Südhimmel im September.

Der Südhimmel im September.

(Foto: Martin Rothe)

Sterne und Sternbilder: Der Große Wagen hängt halbhoch im Nordwesten. Die etwa fünffache Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne weist auf den Polarstern, der wiederum an der Deichselspitze des Kleinen Wagens blinkt. Hoch im Nordosten prangt das Viereck des Pegasus, daran angehängt ist die Sternenkette der Andromeda. Die hellsten Sterne am südlichen Firmament sind die Spitzen des Sommerdreiecks: Atair im Adler, Deneb im Schwan und Wega in der Leier. Im Südwesten schimmert der Herkules, die Tierkreissternbilder Wassermann, Steinbock und Schütze über dem südlichen Horizont bestehen aus recht lichtschwachen Sternen.

Planeten und Mond: Alle vier sichtbaren Planeten werden in diesem Monat vom Mond besucht: Am frühen Morgen des 6. September zieht der abnehmende Erdtrabant dicht am Mars vorüber, am 14. September steht die schmale Mondsichel ebenfalls morgens nahe Venus. Am Abend des 25. September schließlich trifft der zunehmende Mond das Planetenduo Jupiter und Saturn. Vollmond ist am 2. September, Letztes Viertel am 10., Neumond am 17. und Erstes Viertel am 24. September. Am 22. September kreuzt die Sonne auf ihrer Jahresbahn den Himmelsäquator, um 15.31 Uhr beginnt der astronomische Herbst.

© SZ
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB