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Astronomie:Sternenhimmel Juni

Im Juni gelangt Jupiter in Opposition zur Sonne: Der Riesenplanet erscheint im Schlangenträger. Und tief am nordwestlichen Abendhimmel lässt sich Merkur beobachten.

Highlight: Jupiter gelangt am 10. Juni in Opposition zur Sonne. Dabei wertet der helle Riesenplanet die Konstellation Schlangenträger auf, die aus unscheinbaren Sternen besteht. Gleichwohl erzählten sich die Griechen dazu eine interessante Geschichte, verbirgt sich hinter dem Bild doch Asklepios, der Gott der Heilkunst. Dessen Leben beginnt dramatisch: Seine Mutter Koronis ist, schon mit Asklepios schwanger, ihrem Mann Apollon untreu geworden und muss zur Strafe sterben. Hermes schneidet das Ungeborene aus dem Leichnam und bringt das Baby in die Obhut von Cheiron. Der Zentaur zieht den Jungen groß, lehrt ihn das Jagen und führt ihn in die Heilkunst ein. Bald übertrifft Asklepios darin Cheiron. Eines Tages wird er zu Glaukos gerufen. Der Sohn von König Minos war in einem Honigfass erstickt. Als Asklepios den Körper untersucht, kommen zwei Schlangen angekrochen, eine trägt ein Kraut im Maul. Der Heiler tötet eine der Schlangen und legt auf sie das Kraut der anderen. Daraufhin wird das Tier wieder lebendig. Der Zauber wirkt auch bei Glaukos. Dass ihm jemand ins Handwerk pfuscht, passt dem Gott der Unterwelt aber nicht. Er beschwert sich bei Zeus, der Asklepios tötet und als Schlangenträger an den Himmel versetzt. Der Asklepiosstab ist zum Symbol des ärztlichen Standes geworden.

Sterne und Sternbilder: Auf der südlichen Himmelsbühne funkelt unterhalb des Schlangenträgers der Skorpion mit dem hellen Antares. Hoch im Süden glänzt Arktur im Bootes, darunter in Richtung Westen Spika in der Jungfrau. Im Süd- und Nordosten leuchten die Spitzen des Sommerdreiecks: Atair im Adler, Wega in der Leier und Deneb im Schwan. Hoch im Norden kurvt der Große Wagen dahin, genau im Norden steht der Polarstern an der Deichselspitze des Kleinen Wagens. Tief im Nordwesten blinken die Zwillinge und der Fuhrmann, ebenfalls knapp über dem Horizont der Perseus, etwas höher sehen wir die Kassiopeia.

Planeten, Mond und Meteore: Merkur lässt sich am besten zwischen 10. und 20. Juni tief am nordwestlichen Abendhimmel beobachten. Venus gibt ihren Abschied am Morgen, auch Mars verschwindet aus dem Blickfeld. Dank seiner Opposition wird Jupiter zum Objekt der ganzen Nacht, ebenso Saturn im Schützen. Neumond ist am 3., Erstes Viertel am 10., Vollmond am 17. und Letztes Viertel am 25. Juni. Die Sternschnuppen der Juni-Bootiden erreichen in der Nacht zum 28. Juni ihr flaches Maximum. Der Sommer auf der Nordhalbkugel beginnt am 21. Juni um 17.54 Uhr, dann passiert die Sonne den höchsten Punkt ihrer Jahresbahn.