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Astronomie:Sternenhimmel Februar

Die Venus umläuft die Sonne schneller als die Erde und setzt in den nächsten Monaten zum Überholen an. Bei diesem Manöver strahlt sie kräftig und ändert auch Größe und Gestalt.

Grafik: Rothe

Highlight: Wie der Landescheinwerfer eines Flugzeugs mutet das grelle Licht an, das jetzt am südwestlichen Abendhimmel steht. Doch was da bereits in der Dämmerung strahlt, ist nicht von dieser Welt, sondern stammt aus dem All: Dahinter verbirgt sich die Venus. Sie umläuft die Sonne schneller als die Erde und setzt in den nächsten Monaten zum Überholen an. So wird sie gleichsam auf der Innenbahn an uns vorbeiziehen. Bei diesem Manöver strahlt sie nicht nur kräftig, sondern sie ändert auch Größe und Gestalt: Schon im kleinen Fernrohr zeigt sie Phasen wie der Mond, bis sie als "Neuvenus" schließlich unsichtbar wird und Anfang Juni knapp an der Sonnenscheibe vorbeischrammt. Die stets ungewöhnliche Helligkeit des erdgroßen Planeten liegt an seiner dichten Atmosphäre, die das Licht der Sonne sehr stark reflektiert und zu ungefähr 96 Prozent aus Kohlendioxid besteht. Durch dieses Treibhausgas heizt sich die Oberfläche auf Temperaturen von ungefähr 500 Grad auf. Der Druck, der über dem steinigen Boden auf der Venus lastet, ist in etwa so groß wie auf der Erde in 900 Metern Wassertiefe. Die obersten Wolken jagen in nur vier Tagen einmal um den Venusglobus, der selbst 243 Tage für eine vollständige Drehung um die eigene Achse benötigt - und das aus unserer Perspektive verkehrt herum: Auf der Venus geht die Sonne im Westen auf und im Osten unter.

Grafik: Rothe

Sterne und Sternbilder: Immer noch bestimmen Fuhrmann, Zwillinge, Kleiner und Großer Hund, Orion sowie Stier das Geschehen am südlichen Himmel. Die hellsten Sterne dieser Konstellationen - Kapella, Pollux, Prokyon, Sirius, Rigel und Aldebaran - bilden das Wintersechseck. Der Große Wagen ist im Nordosten ein Stück höher gerutscht, der Kleine Wagen mit dem Polarstern am Ende der Deichsel blinkt über dem nördlichen Horizont. Im Nordwesten schimmern Andromeda und Kassiopeia.

Planeten, Mond, Meteore: Merkur erscheint vom 6. bis 12. Februar am südwestlichen Abendhimmel, gegen 17.45 Uhr öffnet sich das etwa einstündige Beobachtungsfenster. Venus strahlt ebenfalls im Südwesten und geht zum Monatsende erst um 22.10 Uhr unter; am Abend des 27. Februar kommt es zum Rendezvous zwischen dem Planeten, der nach der römischen Liebesgöttin benannt ist, und der schmalen Mondsichel. Mars wandert vom Schlangenträger in den Schützen und glänzt am südöstlichen Morgenhimmel. Im Schützen leuchtet jetzt auch Jupiter. Und in den letzten Februartagen erscheint Saturn ebenfalls in dieser Gegend. Der Mond gelangt am 2. Februar ins Erste Viertel, Vollmond ist am 9., Letztes Viertel am 15. und Neumond am 23. Februar. In diesem Monat blitzen kaum Sternschnuppen auf, allenfalls sporadisch ein paar Meteore.

© SZ/nas
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