Sternenhimmel März:Der Lenzmond kommt

Lesezeit: 2 min

Sternenhimmel März: Illustration: M. Rothe

Illustration: M. Rothe

So heißt der Vollmond im März. Im Osten erscheint das Sternbild des Löwen als Frühlingsbote.

Von Helmut Hornung

Highlight: Der Frühling naht, auch am Sternenhimmel. Der kommende Vollmond am 18. März heißt "Lenzmond", was sich aus dem althochdeutschen Wort lenzo für Frühling ableitet. Im Jahr 2022 gibt es nur zwölf Vollmonde. Das ist keineswegs selbstverständlich, denn die Länge unseres Kalenderjahres richtet sich nach dem Lauf der Sonne: Ein solches Tropisches Jahr hat 365,242 Tage. Ein Lunarjahr hingegen zählt 354,367 Tage. Aus diesem Grund kann es im Lauf eines Tropischen Jahres dreizehn Vollmonde geben. Der überzählige heißt "Blue Moon" und tritt nur alle zwei oder drei Jahre auf. Die Bezeichnung geht auf den Amateurastronomen James Hugh Pruett zurück und wurde von ihm in einem Artikel geprägt, der im März 1946 erschienen ist.

Pruett war nicht der Erste, der einen Vollmond getauft hat. In vielen Kulturen finden sich Namen für den Vollmond rund ums Jahr, auch im deutschen Sprachraum (Lenzmond). Keine historischen Wurzeln hat dagegen der Begriff "Supermond", der in letzter Zeit in Mode gekommen ist. Er geht auf den Astrologen Richard Nolle zurück und umschreibt seit den späten 1970er-Jahren einen Vollmond, der auf seiner Bahn im oder nahe dem erdnächsten Punkt steht. Der Größenunterschied zu einem durchschnittlichen Vollmond beträgt jedoch nur rund sieben Prozent - was sich am Himmel kaum wahrnehmen lässt. Zudem erscheint jeder Vollmond kurz nach seinem Aufgang über dem Osthorizont dem Auge als besonders groß. Diese "Mondtäuschung" hat keine physikalischen, sondern wahrnehmungsphysiologische Ursachen.

Sternenhimmel März: Illustration: M. Rothe

Illustration: M. Rothe

Sterne und Sternbilder: Am östlichen Nordhimmel blinkt der Große Wagen, in Richtung Westen die Kassiopeia. Die Deichsel des Kleinen Wagens mit dem Polarstern zeigt nach oben, und tief im Nordwesten prangt die Andromeda. Neben den Wintersternbildern wie Orion, Stier und Zwillinge, Großer und Kleiner Hund sowie Fuhrmann erscheint jetzt im Osten der Löwe als Frühlingsbote, unter seiner markanten Figur schimmert die Wasserschlange.

Planeten, Mond, Frühling: Merkur bleibt im März verschwunden, Venus strahlt als Morgenstern über dem Südosthorizont. In ihrer Nähe leuchtet Mars. Am 27. März erhalten die beiden Planeten gegen 6 Uhr Besuch von der Sichel des abnehmenden Mondes. Während Jupiter unbeobachtbar ist, erscheint Saturn zum Monatsende am Morgenhimmel tief im Südosten. Neumond ist am 2., erstes Viertel am 10., Vollmond am 18. und letztes Viertel am 25. März. Am 20. März kreuzt die Sonne um 16.33 Uhr den Himmelsäquator und wandert auf die Nordhalbkugel - der astronomische Frühling beginnt. In der Nacht zum 27. März werden die Uhren zu Beginn der Mitteleuropäischen Sommerzeit um eine Stunde vorgestellt.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusAsteroiden
:Die Furcht vor dem Einschlag

Seit Jahrtausenden faszinieren uns Asteroiden, versetzen uns in Angst und lösen Begeisterung aus. Eine kleine Geschichte der Weltuntergangsszenarien, von Braunschweiger Kometenwurst bis zum Netflix-Hit "Don't Look Up".

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB