Staufen Missbrauchsprozess: Beweisaufnahme beendet

Das Urteil werde am 7. August verkündet. Den Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Im Hauptprozess um den jahrelangen Missbrauch eines Kindes in Staufen bei Freiburg hat die Staatsanwaltschaft vierzehneinhalb Jahre Haft für die Mutter gefordert. Deren Lebensgefährte solle dreizehneinhalb Jahre ins Gefängnis, sagte Staatsanwältin Nikola Novak in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Freiburg am Freitag. Zudem solle für den 39-Jährigen anschließende Sicherungsverwahrung verhängt werden. Für die Mutter forderte Novak dies nicht. Die Anwältin des Lebensgefährten, Martina Nägele, sprach sich für neun Jahre Haft mit Sicherungsverwahrung aus. Um die Sicherungsverwahrung habe ihr Mandant ausdrücklich gebeten. Er wolle therapiert werden. Bei Sicherungsverwahrung können die Täter theoretisch unbegrenzt eingesperrt bleiben, wenn von ihnen eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht.

Die Plädoyers wurden hinter verschlossenen Türen gehalten. Dies sei so vorgeschrieben, da sich die Angeklagte im Prozess nicht-öffentlich geäußert habe, sagte Richter Stefan Bürgelin. In dem Prozess geht es um den jahrelangen Missbrauch eines Kindes in Staufen bei Freiburg. Angeklagt sind die 48 Jahre alte Mutter und ihr 39 Jahre alter Lebensgefährte. Sie haben gestanden, den heute zehn Jahre alten Jungen mehr als zwei Jahre lang im Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen zu haben. Der Verteidiger der Mutter plädiert am 1. August. Wenige Tage später, am 7. August, wird dann voraussichtlich das Urteil fallen.