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Spende:Kölner Zoo erbt 22 Millionen US-Dollar

Große Spende für Kölner Zoo

Christopher Landsberg und Elizabeth Reichert trafen sich im Mai in Reicherts Wohnort an der US-amerikanischen Westküste.

(Foto: Christopher Landsberg/dpa)

Im Namen ihres verstorbenen Mannes hinterlässt eine 93-jährige Amerikanerin dem Zoo ein Vermögen. Die Kölner wissen schon, was sie mit dem Geld als Erstes angehen wollen.

Als Christopher Landsberg, Vorstand des Kölner Zoos, vor zwei Jahren diese Email eines amerikanischen Anwalts in seinem Postfach fand, hielt er sie für einen Scherz. Seine Klientin, die 93-jährige Elizabeth Reichert, wolle dem Tierpark im Namen ihres verstorbenen Mannes 22 Millionen US-Dollar vererben. "Ich habe also erst mal ihren Bänker kontaktiert", sagt Landsberg. Es stellte sich heraus: Reichert meinte es ernst.

Elizabeth und Arnulf Reichert wuchsen beide in Köln auf. Arnulf Reichert war Jude und hat sich während der NS-Zeit vor den Nazis verstecken müssen - nach dem Zweiten Weltkrieg wanderte das Paar über Israel in die Vereinigten Staaten aus. Sie zogen in die Nähe von Philadelphia, wo Arnulf Reichert sich als Großhändler für Haustierbedarf selbstständig machte. Kinder haben sie nicht.

Obwohl beide die längste Zeit ihres Lebens in den USA verbrachten, seien sie im Herzen Kölner geblieben, sagte seine Frau dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Wir haben Köln nie vergessen." Durch das großzügige Erbe hofft sie, dass dies nun auf Gegenseitigkeit beruhe. Wohin die Summe fließe, sei eine gemeinsame Entscheidung vor dem Tod Arnulf Reicherts 1998 gewesen: "Der Zoo ist für die Stadt doch so wichtig wie der Dom."

Mit dem Zoo verbinde sie außerdem viele Erinnerungen, daher sei das Geld dort gut angelegt. Bereits vor 63 Jahren, im April 1954, Jahren schenkte das Paar ihm eine Weichschildkröte.

Seit der ersten Kontaktaufnahme überweist Reichert dem Zoo monatlich 6 000 Euro als Spende. Nun sind die Verträge über die Gründung der "Arnulf Reichert Foundation" unterzeichnet. Der Zoo hat jährlich ausschließlich die Erträge der Stiftung zur Verfügung.

"Wir waren und sind über diese Großzügigkeit natürlich sehr erstaunt und erfreut", sagt Landsberg. Aus dem anfänglichen Misstrauen gegenüber der Anfrage eines Anwalts ist eine enge Beziehung mit der 93-jährigen Reichert entstanden. Als eine der ersten Maßnahmen werde mit dem Geld das Südamerikahaus saniert. Es soll nach Arnulf Reichert benannt werden.

© sz.de/lgu/feko
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