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Spekulationen um Jackson-Begräbnis:Mit Handschuh im Sarg

Einstichwunden an den Armen und ein Sarg mit unbekanntem Bestimmungsort: Zwei Tage nach der Trauerfeier für Michael Jackson mehren sich die Spekulationen um seinen Tod und sein Begräbnis.

Zwei Tage nach der groß inszenierten Trauerfeier für Michael Jackson gehen die Spekulationen um die Todesursache und das Begräbnis des "King of Pop" weiter. Sein Sarg steht nach Angaben der zuständigen Behörde nun wieder auf dem Forest Lawn Friedhof in den Hügeln von Hollywood. Auf dem Prominentenfriedhof hatte die Familie des Sängers vor der Trauerfeier im Staples Center von Michael Jackson Abschied genommen.

Michael Jackson

Jackson soll mit einem der berühmten Handschuhe beerdigt werden.

(Foto: Foto: Reuters)

Wo Jackson beerdigt werden soll, ist weiterhin unklar: Der Friedhof in Forest Lawn sei nur ein "einstweiliger" Aufbewahrungsort, bis die Angehörigen eine Entscheidung treffen, sagte ein Sprecher des zuständigen Amtes. Jacksons Bruder Jermaine hatte gesagt, er wünsche sich, dass der Sänger auf der von ihm so geliebten Neverland Ranch beigesetzt wird. Hinweise dafür gab es zunächst nicht. Außerdem soll Jackson bei seiner Beerdigung einen der berühmten kristallbesetzten Handschuhe tragen - das meldet der Internetdienst tmz.com, der vor zwei Wochen als Erstes vom überraschenden Tod Michael Jacksons berichtet hatte.

Eine Behörde in Los Angeles hatte am Mittwoch den Totenschein des Sängers freigegeben. Darauf heißt es zur Todesursache: "noch unklar". Jacksons Leichnam weise mit zahlreichen Einstichen an den Armen auf einen regelmäßigen intravenösen Medikamentenmissbrauch hin, berichtete der US-Nachrichtensender CNN.

"Er hat für meine Patienten getanzt"

Jacksons langjähriger Hautarzt erklärte, er habe den Sänger immer wieder vor starken Medikamenten gewarnt. Vor Jahren habe er seinen Patienten sogar dazu gebracht, ein besonders gefährliches Mittel in die Toilette zu werfen, sagte der Dermatologe Arnold Klein dem Fernsehsender ABC.

Den Verdacht, dass er selbst Jackson das Narkosemittel Diprivan verschrieben haben könnte, wies Klein entschieden zurück. Die Polizei hatte das auch als Propofol bekannte Medikament in Jacksons Haus entdeckt. Es darf laut Vorschrift aber nur in einem Krankenhaus verabreicht werden. Labortests sollen bis Ende Juli klären, ob der Tod des Sängers mit diesem Anästhesiemittel zusammenhängt.

Der "King of Pop" hatte den Hautarzt nach dessen Angaben drei Tage vor seinem Tod das letzte Mal in der Praxis aufgesucht. "Er schien nicht unter schlimmen Schmerzen zu leiden", sagt Klein über Jackson. "Er tanzte in meiner Praxis - für die anderen Patienten". Ebenso wenig habe Jackson wie ein Drogenabhängiger auf ihn gewirkt, sagte Klein.

Mehr Zuschauer bei Diana-Begräbnis

Die offizielle Trauerfeier am Dienstag in Los Angeles hatte weltweit mehrere hundert Millionen Menschen vor den Bildschirm gelockt. In den USA nahmen 31,1 Millionen Fernsehzuschauer von dem Sänger Abschied, berichtete Usmagazine.com am Mittwoch. Die Trauerfeier für Jackson blieb jedoch unter den Zuschauerzahlen für die Zeremonie für Prinzessin Diana am 6. September 1997, die damals mehr als 33 Millionen US-Bürger verfolgten. Bei der Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama im Januar saßen sogar knapp 38 Millionen Amerikaner vor dem Bildschirm.

Die Stadtverwaltung von Los Angeles bezifferte die Kosten für den Sicherheits- und Organisationsaufwand mit einem Großeinsatz von 3000 Polizisten auf 1,4 Millionen Dollar. Auf ihrer Internetseite hatte die Stadt Jackson-Fans um Spenden gebeten. Nach Angaben der Los Angeles Times kamen am Dienstag lediglich 17.000 Dollar zusammen. Über mehrere Stunden hinweg sei allerdings der Server ausgefallen.

© dpa/luw/af

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