bedeckt München 16°

Spanische Lotterie:220 Millionen Gewinn - "El Gordo" lässt Kneipenbesucher jubeln

People, who bought winning tickets of the biggest prize of Spain's Christmas Lottery 'El Gordo' (The Fat One), celebrate in Vilalba

Lottospieler feiern in Vilalba ihren Gewinn.

(Foto: REUTERS)
  • Die spanische Weihnachtslotterie hat diesmal 2,4 Milliarden Euro ausgeschüttet.
  • Großen Jubel gibt es in der kleinen Stadt Vilalba im Nordwesten des Landes.
  • Kunden einer Kneipe gewannen zusammen etwa 220 Millionen Euro.

In der Bar Cascudo in Vilalba im Nordwesten Spaniens konnten einige Landwirte und Lkw-Fahrer am Freitag die Tränen nicht zurückhalten. "Heute wird hier durchgefeiert", schrien sie. Von den knapp 2,4 Milliarden Euro, die die traditionsreiche spanische Weihnachtslotterie dieses Jahr ausschüttete, gewannen Kunden der Kneipe etwa 220 Millionen.

In der gesamten 15 000-Einwohner-Stadt in der Region Galicien belief sich der Gesamtgewinn nach Angaben der staatlichen Lotteriegesellschaft LAE auf 520 Millionen Euro - so viel wie nirgendwo sonst in Spanien.

"Ich weiß gar nicht, wie viel Geld das ist", sagte Barbesitzerin und Losverkäuferin Pilar. Auch sie habe etwas abbekommen, sagte sie. Die Gewinner, die sich mit anderen Glückspilzen in anderen Gegenden den Hauptgewinn der Weihnachts-Riesenlotterie teilen dürfen, seien alles "arbeitende Menschen", die zum Teil sehr wenig Geld hätten.

Der Hauptgewinn - "El Gordo", der Dicke, genannt - entfiel auf die Lose mit der Nummer 71198. Er beträgt vier Millionen Euro für ein ganzes Los. "El Gordo" wird allerdings 160 mal ausgezahlt, da jede Losnummer auch 160 mal verkauft wird. Nach Vilalba gingen 130 dieser Serie.

Die 1812 ins Leben gerufene Tombola ist die älteste und auch größte der Welt, die nicht einmal während des Bürgerkriegs zwischen 1936 und 1939 ausfiel. In der Regel kaufen die meisten Spanier keine ganzen Lose, sondern geben sich mit Zehntellosen für je 20 Euro zufrieden, so dass immer Dutzende in den Genuss des Haupt- und anderer Gewinne kommen. Tippgemeinschaften werden von Bürokollegen, Kneipenfreunden, Nachbarn und auch von ganzen Dörfern gebildet.

Der Staat kassiert kräftig mit

Ein Millionenpublikum verfolgte die knapp vierstündige Ziehung der Glückszahlen im Madrider Opernhaus Teatro Real wie seit 1962 auch diesmal in Kneipen, Cafés, Büros und daheim live vor dem Fernseher. Obwohl die Chancen, den "Gordo" zu erwischen, bei eins zu 100 000 liegen, nahmen nach einer Umfrage erneut fast 80 Prozent aller erwachsenen Spanier an der Lotterie teil. Sie gaben im Schnitt 66 Euro aus.

Auch immer mehr deutsche Tipper machen mit, 150 000 sollen es laut Berichten in diesem Jahr gewesen sein. Vier von ihnen hätten das große Los gezogen, teilte das Unternehmen Lottoland mit. Sie hätten jeweils mit einem Zwanzigstellos 200 000 Euro gewonnen. Woher die deutschen Gewinner stammen, wurde nicht bekanntgegeben.

Der größte Gewinner der Weihnachtslotterie ist der spanische Staat. Er kassiert 30 Prozent der Verkaufserlöse. Und für jeden Preis über 2500 Euro müssen seit 2013 auch knapp 20 Prozent Steuern abgeführt werden.

© Süddeutsche.de/mane/lkr

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite