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Spanien:Polizei findet Kokain auf Segelschulschiff

Spanisches Segelschulschiff 'Juan Sebastian Elcano'

Schlecht für Renomee: Auf dem spanischen Segelschulschiff Juan Sebastián Elcano sind Drogen gefunden worden.

(Foto: dpa)

Die "Juan Sebastián Elcano" ist der ganze Stolz der spanischen Marine. Sowohl der aktuelle König Felipe als auch sein Vater Juan Carlos haben ihre Marineausbildung dort absolviert. Doch jetzt ist das Schiff in einen Skandal verwickelt - es geht um Drogenhandel im großen Stil.

  • Auf dem spanischen Segelschulschiff Juan Sebastián Elcano sind etwa 130 Kilo Kokain gefunden worden.
  • Im Fokus der Ermittlungen stehen drei Matrosen, die die Drogen aus Südamerika nach Spanien geschmuggelt haben sollen.

Drogenfund auf Segelschulschiff

Der Viermaster Juan Sebastián Elcano - mehr als 130 Meter lang, 20 Segel und bei voller Besatzung mit etwa 200 Mann bestückt - ist so etwas wie die Gorch Fock Spaniens. Das traditionsreiche Segelschulschiff mit Heimathafen Cádiz, das 1928 in Dienst gestellt wurde, ist der ganze Stolz der Marine. Sowohl der inzwischen abgetretene König Juan Carlos als auch sein Sohn Felipe, der jetzt König ist, haben auf dem Schulschiff eine Ausbildung absolviert.

Umso schlimmer für das Renomee, was sich dieser Tage ereignet hat: An Bord der Juan Sebastián Elcano hat die Polizei Kokain entdeckt. Nicht etwa ein paar Gramm, die ein Matrose in seiner Kajüte deponiert hatte. Sondern 130 Kilogramm - in einem versteckten Fach unter den Segeln.

Wie die spanische Zeitung El País berichtet, haben die Ermittler das Kokain in Cádiz sichergestellt, als das Schiff dort nach einer sechs Monate langen Kreuzfahrt zu einer Routineuntersuchung im Hafen lag. Anscheinend wurde die Juan Sebastián Elcano benutzt, um Drogen von Südamerika nach Spanien zu transportieren.

Bis zu 500 000 Euro für die drei Schmuggler

Im Fokus der Ermittlungen, so heißt es in dem Bericht, sind drei Matrosen: zwei Spanier und ein Ecudorianer. Sie waren Mitte Juni unter dem Verdacht des Drogenhandels festgenommen worden. Die Marinesoldaten sollen in Kolumbien im Hafen von Cartagena de Indias Kokain an Bord genommen und 20 Kilogramm bei einem Stopp in New York verkauft haben. Bei ihrer Festnahme war das Rauschgift zunächst nicht entdeckt worden.

Die Guardia Civil, die in Spanien für die Drogenbekämpfung zuständig ist, aber auch als Militärpolizei fungiert, hat weitere Untersuchungen angekündigt. Ihren Angaben zufolge hätten die drei Matrosen für jedes Kilo Kokain, das sie nach Europa bringen, etwa 3800 Euro bekommen. Rein rechnerisch hätten sie mit der gesamten Menge der Schmuggelware also etwa 500 000 Euro einnehmen können.