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Verwechslung in Spanien:6000 Jahre alte Grabsteine durch Picknickbank ersetzt

Ist das historisch oder kann das weg? In Spanien sind 6000 Jahre alte Steine verschwunden. An ihrer Stelle steht nun eine moderne Picknickbank. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

In der Region Galicien im Nordwesten Spaniens sind 6000 Jahre alte Steine einer prähistorischen Grabstätte verschwunden. An der gleichen Stelle steht nun eine moderne Picknickbank. Nach Angaben der Washington Post leitete die Staatsanwaltschaft Untersuchungen ein.

Eine lokale Umweltschutzgruppe hatte den Vorfall in der Nähe der Stadt San Cristovo de Cea gemeldet. Die Bank habe einen irreparablen Schaden angerichtet, weil sie einen prähistorischen Friedhof der ersten Einwohner von Cea ersetze, teilte die Gruppe in einem Protestschreiben mit. Die Grabstätte habe unter Denkmalschutz gestanden. Gleichzeitig erhebt die Gruppe Vorwürfe, dass auch andere historische Monumente durch das spanische Gesetz nicht ausreichend geschützt würden.

Wie es dazu kommen konnte, dass die antiken Grabsteine entfernt wurden, ist unklar. Der Bürgermeister José Luis Valladares sagte gegenüber der spanischen Huffington Post, dass die lokalen Behörden nichts von der Grabstätte gewusst hätten: "Niemand hat mir etwas gesagt." Die Stätte sei nicht markiert gewesen.

Dem widerspricht ein Sprecher des galicischen Kulturministeriums: Die Stadtverwaltung habe sehr wohl von der Grabstätte gewusst. Eine spanische Nachrichtenseite berichtet, dass Bauarbeiter die Grabsteine wohl mit einem kaputten Picknicktisch verwechselt haben.