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Spanien:Flashmob an Strandpromenade löst Massenpanik aus

  • In einem spanischen Urlaubsort an der Costa Brava ist am Dienstagabend eine Massenpanik ausgebrochen, als plötzlich Hunderte Menschen schreiend durch die Straßen rannten.
  • Viele der Anwesenden fühlten sich an die Geschehnisse in Nizza erinnert und gerieten in Panik.
  • Der Grund, weshalb die Menschen durch die Straßen rannten, hatte jedoch nichts mit eine Terroranschlag zu tun.

Hunderte Menschen rennen die Promenade entlang, sie werfen Stühle um, schreien und laufen zwischen die fahrenden Autos. Mehrere Geschäfte schließen und bieten Flüchtenden Schutz. Wiederholten sich Szenen des Terroranschlags in Nizza am Dienstagabend in einem spanischen Urlaubsort im Nordosten Kataloniens?

Ja, aber nur Szenen. Der Grund dafür war glücklicherweise kein Terroranschlag, sondern ein Flashmob mit etwa 200 Teilnehmern. Doch auf Außenstehende machte er einen verstörenden, beängstigenden Eindruck. Der Reihe nach:

Gegen 22 Uhr sollen sich in dem Urlaubsort Platja d'Aro an der Costa Brava 200 Teilnehmer eines Flashmobs zusammengefunden haben, die sich zuvor über soziale Netzwerke verabredet hatten. Ihr eigentlich lustig gemeintes Vorhaben: Als "Paparazzi" mit Fotoapparaten ausgestattet eine vermeintlich berühmte Person schreiend zu verfolgen.

Mehr als hundert Notrufe gingen bei der Polizei ein

Doch Anwohner und Urlauber, die sich zu diesem Zeitpunkt an der Promenade und in Cafés aufhielten, fühlten sich dadurch an Szenen aus Nizza erinnert und glaubten, es handle sich um einen Terroranschlag. Aus der Ferne und im Dunkel der Nacht hielten sie die Selfie-Sticks der Flashmob-Teilnehmer irrtümlich für Waffen.

Unter den Anwesenden brach daraufhin Panik aus, sie rannten in alle Richtungen, suchten Schutz. Der Polizei gelang es nur mit großer Mühe, das Chaos wieder unter Kontrolle zu bringen. Viele der Urlauber mussten noch am Abend wegen Panikattacken behandelt werden, einige von ihnen wurden sogar in Krankenhäuser eingeliefert.

Einem Bericht der spanischen Tageszeitung El País zufolge sollen bei der Polizei im Laufe der Nacht mehr als hundert Notrufe eingegangen sein. Die spanische Tageszeitung El Mundo berichtet zudem, dass fünf Deutsche festgenommen worden seien, die in Zusammenhang mit der Organisation des Flashmobs stehen sollen.

Es handelt sich um fünf Reiseleiterinnen, die in Platja d'Aro eine Gruppe von Jugendlichen betreuten. Sie sollen noch am Mittwoch wegen Störung der öffentlichen Ordnung einem Richter vorgeführt werden.

"Es gibt Witze, die sind nicht zulässig", schrieb Kataloniens Präsident Carles Puigdemont auf Twitter.

© SZ.de/dpa/naf/vit/lala

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