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Spanien:Einigung um Julens Tod

Tod des kleinen Julen: Einigung vor Prozessbeginn

Die Stelle, an der der zweijährige Julen verunglückte.

(Foto: Daniel Perez/dpa)

Der Zweijährige war vor einem Jahr in einen Schacht gestürzt. Grundstücksbesitzer und Eltern einigen sich außergerichtlich.

Im Fall des in einem Brunnenschacht gestorbenen Kleinkindes Julen wird der Prozess in Spanien wohl in letzter Minute abgesagt. Nur einen Tag vor dem geplanten Beginn des Verfahrens gegen den Finca-Besitzer, auf dessen Grundstück in Andalusien das Unglück vor einem Jahr passierte, haben sich Anklage und Verteidigung nach Medienberichten außergerichtlich geeinigt.

Der Beschuldigte habe sich bereiterklärt, den Vorwurf der fahrlässigen Tötung wegen schwerer Nachlässigkeit sowie eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr zu akzeptieren, berichteten die Nachrichtenagentur Europa Press und andere spanische Medien am Montag unter Berufung auf Justizquellen. Zudem werde der Mann den Eltern eine Entschädigung zahlen.

Ins Gefängnis muss er allerdings wohl nicht: In Spanien werden Haftstrafen von bis zu zwei Jahren bei nicht vorbestraften Angeklagten so gut wie immer zur Bewährung ausgesetzt. Zeitungen sprachen von einer "unerwarteten Wende im Fall Julen". Der Pakt müsse aber noch vom zuständigen Richter abgesegnet werden, so dass die für Dienstag geplante Sitzung im Gericht laut Medien beibehalten wird.

Der zweijährige Junge war im Januar 2019 in der Nähe von Málaga in ein tiefes und extrem enges Bohrloch gestürzt. Die Rettungsversuche hatten fast zwei Wochen lang für internationale Schlagzeilen gesorgt. Rettungsteam hatten sich schließlich am 26. Januar mittels eines eigens gebohrten Parallelschachts mühsam zu dem in 70 Meter Tiefe feststeckenden Kind vorgekämpft. Die Autopsie ergab, dass Julen schon kurz nach dem Sturz an schweren Kopfverletzungen gestorben war.

Bei dem Verfahren, in dessen Rahmen usprünglich 50 Zeugen aussagen sollten, wollte die Staatsanwaltschaft drei Jahre Haft fordern. Der Finca-Besitzer hatte das Loch auf der Suche nach Wasser illegal ausgehoben - in Spanien keine Seltenheit. Laut Anklage soll er der einzige gewesen sein, der von der Existenz des Brunnens wusste - und es dennoch versäumt haben, das Loch abzudecken oder zu sichern.

© SZ vom 21.01.2020 / dpa
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