Sexuelle Übergriffe:Sieben neue Anklagen gegen Kevin Spacey zugelassen

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Kevin Spacey muss erneut vor Gericht

In den USA ist Kevin Spacey (hier in der Mitte des Bildes) vom Vorwurf des sexuellen Übergriffs freigesprochen worden. Doch in Großbritannien gibt es neue Vorwürfe.

(Foto: Yuki Iwamura/dpa)

Ein amerikanisches Gericht sprach den Hollywood-Schauspieler vor einigen Wochen frei, nun gibt es neue Vorwürfe in Großbritannien. Ein weiterer Mann beschuldigt Kevin Spacey sexueller Übergriffe.

Die britische Staatsanwaltschaft weitet ihre Anklage gegen Hollywood-Schauspieler Kevin Spacey wegen sexueller Übergriffe aus. Es sei Anklage gegen Spacey in weiteren sieben Fällen zugelassen worden, sagte Rosemary Ainslie von der zuständigen Strafverfolgungsbehörde in London. Alle Vorwürfe wurden demnach von einem Mann erhoben, mutmaßliche Tatzeit sind die Jahre zwischen 2001 und 2004. Zuvor habe die Londoner Polizei die Beweise überprüft, die sie im Rahmen ihrer Ermittlungen gesammelt hat, sagte Ainslie.

Ende Mai war Spacey in Großbritannien bereits wegen sexueller Übergriffe angeklagt worden, die sich in den Jahren 2005 und 2013 ereignet haben sollen. Mutmaßliche Opfer waren drei Männer, die heute zwischen 30 und 50 Jahre alt sind. In einem der Fälle wird Spacey beschuldigt, eine Person zu "penetrierenden sexuellen Aktivitäten" genötigt zu haben. Der zweifache Oscar-Gewinner ("American Beauty", "Die üblichen Verdächtigen") wies die Vorwürfe im Juli in einer Anhörung vor Gericht zurück. Er blieb auf freiem Fuß. Am 6. Juni 2023 soll der Prozess gegen ihn beginnen. Ob die neuen Vorwürfe daran etwas ändern, ist noch unklar.

New Yorker Gericht sprach Spacey erst im Oktober frei

Einen anderen Gerichtsprozess hat Spacey dagegen bereits gewonnen: Ein US-Jury sprach ihn im Oktober in New York einstimmig vom Vorwurf des sexuellen Übergriffs mit Körperverletzung auf den Schauspieler Anthony Rapp frei. Während der Befragung durch Spaceys Anwälte hatte sich Rapp in zahlreiche Widersprüche zu dem Vorfall aus dem Jahr 1986 verstrickt. Die Entscheidung der Jury in New York biete einen Ausblick darauf, wie es mit den Vorwürfen gegen Spacey insgesamt weitergehen werde, hatte seine Verteidigerin Jennifer Keller daraufhin gesagt.

Die 2017 im Zuge der MeToo-Debatte erstmals mit Nachdruck öffentlich gemachten Vorwürfe von Rapp hatten viele weitere Anschuldigungen nach sich gezogen und Spaceys damals erfolgreiche Karriere ins Wanken gebracht. Mehrere Betroffene gingen vor Gericht, doch einige Klagen wurden zurückgezogen oder wegen Verjährung abgewiesen. Auch Crewmitglieder der Netflix-Serie "House of Cards" warfen Spacey sexuelle Belästigungen vor. Daraufhin kündigte das Streaming-Unternehmen die Zusammenarbeit mit ihm.

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