Missbrauchsvorwürfe bei SOS-KinderdörferVerdacht gegen Gründer auch in Deutschland

Der Förderverein SOS-Kinderdörfer bestätigt die Anschuligungen aus Deutschland gegen Gründer Gmeiner.
Der Förderverein SOS-Kinderdörfer bestätigt die Anschuligungen aus Deutschland gegen Gründer Gmeiner. Florian Peljak/dpa

In Österreich liegen gegen Hermann Gmeiner bereits Anschuldigungen in acht Fällen vor. Wie jetzt bekannt wurde, hat sich auch in Deutschland ein weiteres Opfer an den Förderverein SOS-Kinderdörfer gewandt.

Unter den Missbrauchsvorwürfen gegen den Gründer von SOS-Kinderdorf, Hermann Gmeiner, ist auch ein Verdachtsfall aus Deutschland. Wie der deutsche Förderverein SOS-Kinderdörfer weltweit in München bestätigte, hatte sich ein mutmaßliches Opfer bereits vor Jahren an den Verein gewandt. Zuvor hatte die Wiener Zeitschrift Falter berichtet.

Der Österreicher Gmeiner (1919-1986) hatte nach dem Zweiten Weltkrieg die Bewegung für verwaiste und hilfsbedürftige Kinder aufgebaut. Im vergangenen Herbst teilte SOS-Kinderdorf Österreich mit, dass gegen ihn glaubhafte Vorwürfe zu sexuellen und physischen Übergriffen gegen acht männliche Kinder und Jugendliche vorlägen.

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Dies löste in der globalen SOS-Kinderdorf-Bewegung Bestürzung und Recherchen aus – auch in Deutschland. Der Verein SOS-Kinderdörfer weltweit stieß dabei auf Hinweise in internen Unterlagen, dass sich ein mutmaßliches Missbrauchsopfer Gmeiners im Jahr 2019 an den Verein gewandt hatte. Es gehe dabei um mutmaßliche Belästigung in den 60er-Jahren, teilte der Verein der Deutschen Presse-Agentur mit. Wo in Deutschland und unter welchen Umständen dies passiert sein soll, wurde zum Schutz des Opfers nicht erklärt.

Warum wurde nicht schon damals auf diesen Vorwurf reagiert? Dazu lägen keine Informationen vor, hieß es vom Presseteam des Vereins. Mittlerweile wurden die Anschuldigungen an SOS-Kinderdorf Österreich weitergeleitet. Auch SOS-Kinderdorf Österreich nannte keine Details zu dem mutmaßlichen Vorfall. Die Organisation teilte jedoch mit, dass seit dem Herbst mehrere weitere Verdachtsfälle gegen Gmeiner aufgearbeitet würden. Dazu zählen auch die Informationen aus Deutschland.

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