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Slowakei:Bärenfamilie verlässt Baum in Touristenort

Dieser Braunbär lebt nicht in Freiheit in der Slowakei, sondern in einem Gehege in der Ukraine.

(Foto: AFP)
  • Eine Bärenfamilie hat ihr Lager auf einem Baum mitten in einem slowakischen Touristenort wieder verlassen.
  • Die Mutter und ihre Jungen waren auf einen Baum geflüchtet und wollten trotz eines Feuerwehreinsatzes zunächst nicht wieder heruntersteigen.
  • In der Slowakei dringen Braunbären immer wieder in bewohntes Gebiet vor.

Nach einem Tag hoch oben im Baum hat eine Bärenfamilie die Touristenstadt Stary Smokovec in der slowakischen Hohen Tatra wieder verlassen. Die Bärin sei mit ihren beiden Jungen wieder im Wald verschwunden, berichtete der TV-Sender Joj.

Die Braunbärenfamilie war am Freitag auf den Baum geklettert und hatte dort verängstigt ausgeharrt. "Sie muss in der Nacht in die Stadt gekommen und dann vor etwas erschrocken sein", hatte Pavol Majko, der Direktor des Nationalparks Hohe Tatra, erklärt. Nationalparkmitarbeiter hatten gemeinsam mit Feuerwehr und Polizei die Umgebung abgesperrt, um gefährliche Zwischenfälle zu verhindern.

Bärenfamilie harrte im Baum aus

Versuche der Feuerwehr, die Bärenfamilie mit Wasser vom Baum zu scheuchen, waren abgebrochen worden, weil die Tiere immer weiter hoch in den etwa acht Meter hohen Wipfel kletterten, statt herunterzukommen. Aufnahmen des Senders zeigten, wie die Bärin hoch oben im Geäst sogar ihre Jungen säugte. Zwischendurch lief sie weg, um sich Futter zu holen - und kehrte trotz der vielen Schaulustigen am Baum wieder zu ihren Jungen zurück. Immer wieder ignorierten Menschen die Absperrung, um nahe genug für ein Foto oder Video zu kommen.

1200 freilebende Braunbären im Land

Auch wenn der Vorfall besonders kurios anmutet: In der Slowakei dringen Braunbären immer wieder weit in bewohntes Gebiet vor. In besonders betroffenen Regionen werden seit Jahren Vorsichtsmaßnahmen getroffen - wie das Absichern von Müllcontainern, die Bären immer wieder anlocken. Nach einer im Jahr 2016 vom staatlichen Naturschutz veröffentlichten Zählung gibt es in der Slowakei mehr als 1200 freilebende Braunbären.

Starý Smokovec, das früher auch den deutschen Namen Altschmecks trug, war schon touristisches Erholungszentrum, als die Slowakei noch Teil von Österreich-Ungarn war. Zu Kaiser Franz Josephs Zeiten enstand dort unter anderem ein Grand Hotel und ein Bahnhof, bei dem schon vor dem Ersten Weltkrieg die elektrische Tatrabahn Halt machte. Damals wie heute bewohnten Tiere die nahe Wildnis.

© SZ.de/dpa/odg/sebi/fie

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