Skandal um Tebartz-van Elst Bistum Limburg will Finanzen reformieren

Der Limburger Dom: Nach dem Skandal um den Bischofssitz will das Bistum seine Finanzen neu ordnen.

Nach dem Skandal um den 30 Millionen Euro teuren Bischofssitz zieht das Bistum Limburg erste Konsequenzen. Die Verantwortung für alle Geldfragen soll nach Medienangaben gebündelt und die Finanzen sollen offengelegt werden.

Franz-Peter Tebartz-van Elst bleibt untergetaucht, weit weg von der Stadt an Lahn, in einem Kloster in Niederbayern. Es sind andere, die sich in seinem Bistum Limburg nach dem Skandal um den 31-Millionen-Euro-Bischofssitz um Schadensbegrenzung bemühen. Soweit das noch möglich ist. Zuerst sollen nun die Finanzen des Bistums neu geordnet werden.

Dies sei "der erste, zentrale Schritt, um Fehler wie in der Vergangenheit zu verhindern - und die Voraussetzung für Transparenz. Das ist ein wichtiges Signal", sagte Finanzdezernent Gordon Sobbeck laut Vorabmeldung der Wochenzeitung Zeit.

Der umstrittene Neubau - die heftige Kritik an dem teuren Bauwerk hatte schließlich zur Beurlaubung von Tebartz-van Elst geführt - sei "finanziell wie administrativ separat über den Bischöflichen Stuhl abgewickelt" worden, erläutert Finanzexperte. der Nun liefen "in Finanz- und Vermögensfragen" alle Fäden bei ihm zusammen, sagte Sobbeck in seinem ersten Interview.

"Alle Angelegenheiten des Bischöflichen Stuhls - Haushalt und Bauadministration - werden wieder in die Verwaltungsabläufe der Fachabteilungen zurückgeführt. Gleiches gilt für das Domkapitel." Das habe Generalvikar Wolfgang Rösch entschieden. Der frühere Wiesbadener Stadtdekan hätte eigentlich erst im neuen Jahr das Amt des Verwaltgunschefs an der Lahr übernehmen sollen. Doch Ende Oktober setzte Papst Franziskus Rösch mit sofortiger Wirkung ein und übertrug ihm die komissarische Leitung des Bistums. Er sehe seine Hauptaufgabe darin, das Vertrauen wiederherzustellen und für geregelte Abläufe in der Verwaltung zu sorgen, sagte Rösch damals dem Hessischen Rundfunk.

Mehr Transparenz

Ein erster Schritt in diese Richtung könnte die Offenlegung aller Finanzen sein. "Wir wollen das Vermögen, aber auch die Verpflichtungen vollständig transparent machen", sagte Finanzdezernent Sobbeck der Zeit. "Hier geht es nicht um das Ob, sondern nur noch um das Wann und Wie. Um es klar zu sagen: Das Bistum Limburg hat keine geheimen Kassen, keine geheimen Haushalte. Intern, auch in den Gremien, liegen alle Daten vor." Und weiter: "Was fehlt, ist einzig ihre Veröffentlichung, die ich ebenfalls dringend befürworte. Wir haben nichts zu verbergen."

Neben dem Verwaltungshaushalt, der für 2014 rund 214 Millionen Euro betrage, und dem Vermögenshaushalt, der insgesamt "mehr als zehn Millionen Euro" umfasse, verfüge das Bistum über eine Baustiftung, eine Schulstiftung, einen Eine-Welt-Fonds sowie einen Versorgungsfonds.

Nach dem Skandal in Limburg hatten bereits mehrere Bistümer angekündigt, ihre Finanzen transparent machen zu wollen.