Süddeutsche Zeitung

Großwildjagd:Deutscher soll riesigen Elefanten in Simbabwe erlegt haben

  • In Simbabwe soll der größte Elefant seit 30 Jahren erlegt worden sein - von einem deutschen Hobbyjäger.
  • Einer britischen Zeitung zufolge zahlte der Mann mehr als 50 000 Euro für die Abschussgenehmigung.
  • Die Stoßzähne lassen darauf schließen, dass das Tier bis zu 60 Jahre alt war.

Feiert die Großwildjäger-Szene einen Deutschen?

Allein seine Stoßzähne sollen mehr als 50 Kilo wiegen: Der Elefant, der in einem privaten Jagdgebiet in Simbabwe getötet wurde, soll zwischen 40 und 60 Jahre alt gewesen sein - und einer der größten, der in den vergangenen drei Jahrzehnten in dem südafrikanischen Land erlegt wurde. Für diesen Fang sollen Großwildjäger in einschlägigen Internetforen nun einen Deutschen feiern.

Der Hobby-Großwildjäger habe an einer dreiwöchigen "Big Five"-Jagd teilgenommen, berichtete der britische Telegraph. Obwohl der Reiseveranstalter die Identität des Jägers nicht preisgeben wollte, handelt es sich dem Bericht nach um einen Deutschen. Die britische Daily Mail will ferner herausgefunden haben, dass er um die 40 Jahre alt sei.

"Das war eine legale Jagd, der Kunde hat nichts verbrochen", sagte der Veranstalter der Zeitung zufolge. Der Hobbyjäger, der für die Abschussgenehmigung umgerechnet etwa 53 000 Euro gezahlt habe, sei in Begleitung eines einheimischen, professionellen Jägers gewesen.

Tierschützer sind entsetzt

Tierschützer und Foto-Safari-Anbieter aus dem angrenzenden Gonarezhou-Nationalpark seien entsetzt über den Vorfall, der sich am 8. Oktober ereignet haben soll. Einer der Veranstalter habe Fotos von der Jagd veröffentlicht.

Dem Bericht nach war der Elefant neu in der Gegend und womöglich aus dem südafrikanischen Krüger-Nationalpark eingewandert. Es könnte sich um einen Elefantenbullen namens Nkombo handeln, der aus dem Krüger-Park stammte und 2014 sein Satellitenhalsband verloren hatte. Allerdings sei Nkombo noch Anfang Oktober im Hunderte Kilometer entfernten Krüger-Park gesichtet worden. Die südafrikanische Nationalpark-Aufsichtsbehörde untersuche den Fall.

Louis Muller, Vorsitzender des simbabwischen Berufsjäger-Verbands, sagte nach Telegraph-Angaben, der Jäger habe erst nach dem Erlegen des Elefanten bemerkt, wie groß das Tier war.

Der Fall erinnert an das Schicksal des Löwen Cecil, den im vergangenen Juli ein amerikanischer Hobbyjäger im simbabwischen Hwange-Nationalpark tötete - und weltweit Proteste von Tierschützern auslöste.

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SZ.de/kat/ewid
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