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Simbabwe:Cecil-Jäger kommt ohne Strafe davon

Löwe Cecil im Hwange-Nationalpark

(Foto: Andy Loveridge/AP)
  • Walter Palmer wird für den Tod des Löwen Cecil nicht gerichtlich belangt. Seine Papiere für die Jagd seien in Ordnung gewesen.
  • Der Zahnarzt aus den USA hatte das beim Publikum beliebte Tier im Juli bei der Großwildjagd erschossen.

40 Stunden Jagd auf Cecil

Im Juli hat Walter Palmer den Löwen Cecil im Hwange-Nationalpark angeschossen, mit Pfeil und Bogen. Das Tier konnte zunächst fliehen. Erst vierzig Stunden später soll Palmer den Löwen zusammen mit dem Organisator der Jagd endgültig mit einem Gewehr erlegt haben. Der Hobby-Jäger hat damit viel Hass auf sich gezogen. Zwischenzeitlich musste er sogar untertauchen. Erst im September hatte der US-amerikanische Zahnarzt sich wieder in seine Praxis gewagt. Cecil war beim Publikum beliebt, bekannt als Afrikas größter Löwe - Besucher des Parks erkannten das Tier an seiner charakteristischen schwarzen Mähne.

Simbabwes Behörden wollen Palmer jetzt - drei Monate später - nicht mehr vor Gericht belangen. Es habe sich herausgestellt, dass alle Papiere des Zahnarztes in Ordnung gewesen seien und er nicht gewusst habe, dass er bei der tödlichen Jagd auf den Löwen die Regeln verletzt habe, sagte die Umweltministerin Oppah Muchinguri. Palmer sei weiterhin in Simbabwe willkommen - allerdings nicht, um zu jagen. "Ja, wir haben beschlossen, den Fall zu schließen", erklärte Muchingrui. "Er hat unnötige Aufregung verursacht." Die Behörden in Simbabwe hatten zunächst erklärt, sie wollten eine Auslieferung Palmers beantragen.

50 000 Euro für den Tod des Löwen

Palmer hatte Cecil bei einer Großwildjagd erlegt, sein Kadaver wurde außerhalb der Schutzzone gefunden. Der Zahnarzt entschuldigte sich später für den Tod des Tieres. Er betonte aber, er sei davon ausgegangen, dass alles nach Recht und Gesetz geschehen sei. Für die Safari und die Jagdlizenz hatte er insgesamt 55.000 Dollar (etwa 50.000 Euro) gezahlt.

Löwe Sorry, Cecil!
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Sorry, Cecil!

Ein Hobby-Jäger aus Minnesota hat eine der beliebtesten Großkatzen Afrikas getötet. Jetzt tut es ihm leid: Er habe nicht gewusst, dass das Tier so beliebt war.

Ministerin Muchinguri zufolge habe es ein Problem mit der Quotenvergabe für die Jagd gegeben: Der Besitzer, auf dessen Grundstück Cecils Kadaver gefunden worden war, habe keine Jagdquote für Löwen gehabt, dafür aber der Bezirksrat, unter dessen Verwaltung das Grundstück steht.

Für Cecils Tod muss sich jedoch noch der Organisator der Jagd, Theo Bronkhorst, vor Gericht verantworten. Er habe eine "illegale Jagd nicht verhindert". Bronkhorst betont aber, alle notwendigen Bewilligungen besessen zu haben. Am Donnerstag entscheidet das Gericht über eine mögliche Einstellung des Verfahrens.

© SZ.de/dpa/AP/tamo
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