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Silvester in Deutschland:Zwei Tote und viele Verletzte durch Feuerwerksunfälle

Silvesterböller wird gezündet

Silvesterböller haben sich auch bei diesem Jahreswechsel als gefährlich erwiesen.

(Foto: dpa)
  • Silvesterraketen und -böller haben auch in diesem Jahr für zahlreiche schwere Unfälle gesorgt.
  • In Brandenburg starben zwei Männer, aus ganz Deutschland werden teils massive Verletzungen gemeldet.

Bei verschiedenen Unfällen mit Silvesterfeuerwerk sind in Brandenburg zwei Menschen getötet und ein elfjähriger Junge schwer verletzt worden.

Wie die Polizei am Morgen mitteilte, kam in Kleinmachnow ein 19-jähriger Mann durch "unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerk" ums Leben. In Gusow-Platkow wurde ein 35-Jähriger getötet. In Rheinsberg sei zudem ein elf Jahre alter Junge durch einen nicht zugelassenen Böller schwer im Gesicht verletzt worden, teilte die Polizei auf Twitter mit.

Im thüringischen Triptis erlitt eine 14-Jährige durch einen explodierenden Böller schwere Augenverletzungen. Der Feuerwerkskörper war von einer unbekannten Person in die Menschengruppe geworfen worden, in der das Mädchen stand, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Wucht der Explosion habe ihr die Brille "weggesprengt", ihr Augenlicht sei gefährdet. Ein gleichaltriger Junge wurde an Gesicht und Hand verletzt. Bei dem Sprengkörper soll es sich ersten Erkenntnissen zufolge um einen nicht in Deutschland zugelassenen Böller handeln. Die Kriminalpolizei ermittelt.

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In der Silvesternacht sind in mehreren deutschen Städten Sanitäter, Feuerwehrleute und Polizisten angegriffen worden. Die Attacken hätten "lebensbedrohliche Ausmaße" angenommen, so ein Gewerkschafter.

Auf einer privaten Silvesterfeier in Löningen wurde ein 22-Jähriger lebensgefährlich verletzt. Ein Böller explodierte beim Zünden zu früh in der Nähe seines Gesichts, der junge Mann erlitt schwere Verletzungen und war nicht mehr ansprechbar. Ein Rettungswagen brachte ihn ins Krankenhaus. Die Polizei ermittelt jetzt, woher der Böller stammt.

In ganz Deutschland haben sich zahlreiche weitere junge Menschen schwere Verletzungen zugezogen. Im Breisgau explodierte ein Feuerwerkskörper sofort am Boden, anstatt in die Luft zu gehen, und verletzte zwei Schüler so schwer, dass sie noch am Abend notoperiert werden mussten.

Ein weiterer Jugendlicher wurde in Mühlacker (Enzkreis) verletzt, als ein Böller noch in seiner Hand zündete, wie die Polizei berichtete. Der 15-Jährige wurde in eine Spezialklinik gebracht. Ein Dreijähriger erlitt in der Nacht in Althengstett (Kreis Calw) ein Knalltrauma, als ein Böller neben dem Auto zerplatzte, in dem das Kind saß.

Ein 15-Jähriger zog sich auf dem Dorfplatz in Schönsee-Rackenthal (Landkreis Schwandorf) so schwere Verletzungen an der Hand zu, dass er das Endglied seines linken Zeigefingers verlor.

In Hamburg wurden einem 26-Jährigen und einem 30 Jahre alten Mann jeweils mehrere Finger abgerissen. Bei beiden seien jeweils drei Finger ihrer linken Hand zerfetzt worden. Auch hier war zunächst unklar, ob illegale Feuerwerkskörper im Spiel waren. Besonders vor deren Gefahr wird seit Jahren gewarnt.

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