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Silvester:Böllerverbot für Flüchtlinge in NRW

  • Die Bezirksregierung Arnsberg untersagt Flüchtlingen das Zünden von Raketen und Knallkörpern zu Silvester.
  • Grund sei die Brandgefahr in den Unterkünften und die mögliche psychische Belastung für die Menschen darin.
  • Die Feuerwehr Arnsberg ruft die Bürger dazu auf, über den kompletten Verzicht auf Feuerwerkskörper nachzudenken.

Hinweise auf das Verbot in mehreren Sprachen

Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen dürfen zum Jahreswechsel keine Feuerwerke zünden. Die Bezirksregierung Arnsberg hat vor dem Verkaufsstart von Raketen und Knallkörpern ein entsprechendes Verbot verhängt. "Wir weisen die Bewohner unserer Unterkünfte in mehreren Sprachen darauf hin, dass sie aus Sicherheitsgründen nicht knallen dürfen und daher erst gar keine Böller kaufen sollten", sagte Sprecher Christoph Söbbeler.

In den Flüchtlingsheimen hingen auch Plakate, die das Verbot verdeutlichten. Neben der erhöhten Brandgefahr in Leichtbauhallen und anderen Unterkünften wolle man auch Rücksicht nehmen auf Menschen, für die Knallgeräusche eine psychische Extrembelastung darstellten. "Wer aus einem Kriegsgebiet kommt, verbindet Knallerei eher mit Schüssen und Bomben als mit Silvesterraketen. Das könnte die Traumata der Leute neu aufbrechen lassen", sagte Söbbeler.

Flüchtlinge in Bayern Gemüse und Gemoser
Flüchtlinge

Gemüse und Gemoser

An den Tafeln bekommen Arme in Deutschland Lebensmittel, die in Supermärkten nicht mehr verkauft werden können. Was geschieht, wenn dort immer mehr Flüchtlinge auftauchen?   Reportage von Nadia Pantel

Keine Erinnerungen an den Schrecken wachrufen

Das Zünden von Knallern und Böllern zum Jahreswechsel gehört nach Angaben des Essener Verbundes der Immigrantenvereine nicht zum Brauchtum des Islam - auch wenn etwa in der Türkei Silvester gefeiert und geböllert werde. Der islamische Jahreswechsel richtet sich nach dem Mondkalender und fällt nicht mit dem 31. Dezember zusammen.

Die Feuerwehr Arnsberg ruft in einer Mitteilung die Bürger dazu auf, in diesem Jahr über den kompletten Verzicht auf Feuerwerkskörper nachzudenken, "um bei denjenigen Menschen, die vor Krieg und Kämpfen aus ihrer Heimat zu uns geflohen sind, keine Erinnerungen an den Schrecken wachzurufen, der sie in ihren Herkunftsländern an Leib und Leben bedroht hat". Die Einsatzkräfte stellen sich auf eine arbeitsreiche Nacht ein und warnen: Feuerwerkskörper und Raketen sind "Sprengstoff".