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Plagiatsvorwurf:Shakira singt vor spanischem Gericht

Shakria verlässt das Gericht in Madrid nach ihrer Anhörung zu den Plagiatsvorwürfen gegen sich und Carlos Vives.

(Foto: AFP)

Für ihren Song "La Bicicleta" soll die Sängerin abgekupfert haben. Bei einer Gerichtsanhörung in Madrid wies Shakira die Vorwürfe nun zurück - mit einem Auftritt der etwas anderen Art.

Warum steht Shakira vor Gericht?

Die Pop-Sängerin hat vor einem Gericht in Madrid Plagiatsvorwürfe bezüglich ihres Superhits "La Bicicleta" zurückgewiesen - und das energisch. Der kubanische Künstler Livám hatte zuvor geklagt und die Kolumbianerin beschuldigt, den Refrain ihres preisgekrönten Songs von seinem Lied "Yo te quiero tanto" aus dem Jahr 1997 abgekupfert zu haben. Die 42-Jährige, so berichtet die Madrider Zeitung El País, hat den Vorwurf gegenüber der Justiz zurückgewiesen. Konkret geht es um Zeilen, die sich durchaus ähneln: "Ich träume von Dir und ich liebe dich so sehr", heißt es in "La Bicicleta". Im Lied von Livám heißt es hingegen: "Ich liebe dich, ich liebe dich so sehr".

Bici-wie Bitte?

Also nochmal zum Werk, um das es geht. "La Bicicleta", zu Deutsch "Das Fahrrad", hat auf Youtube mittlerweile knapp 1,3 Milliarden Klicks erreicht. Die erste gemeinsame Single mit ihrem kolumbianischen Landsmann Carlos Vives wurde im Juli 2016 präsentiert. In Deutschland hatte der Song zwar weniger Erfolg, aber in der spanischsprachigen Welt und anderen Regionen eroberte das Lied die Charts. Bei den Latin Grammys im November 2016 wurde es mit den Preisen für das beste Lied und die beste Platte des Jahres ausgezeichnet. Den Stil bezeichnete Shakira vor Gericht als "Vallenato", eine typisch kolumbianische Musikform. Zu den Plagiatsvorwürfen sagte Shakira: "Die beiden Stile sind in keiner Weise vergleichbar. Das andere Lied ist eine Salsa, hier ebenso wie in China". Vives sagte in der Verhandlung ebenfalls aus. Seinen Angaben zufolge gebe es keinen Grund zur Annahme einer fremden Urheberschaft: "Die Leute nennen mich den König des Vallenato. [...] Meine Musik ist einzigartig, so macht es sonst niemand. Ich habe den Stil erfunden."

"König des Vallentato": Der kolumbianischer Sänger Colombian Carlos Vives.

(Foto: AP)

Warum hat Shakira vor Gericht gesungen?

Dem El-País-Bericht zufolge soll Shakira spontan eine Kostprobe des Liedes zum Besten gegeben haben. Offenbar um ihrer Aussage, dass es sich bei "La Bicicleta" eindeutig nicht um eine Salsa handele, Nachdruck zu verleihen. "Es wirkte wie eine Konzertprobe, dabei waren im Saal nur Richter, Anwälte und ein paar Journalisten zugegen", schreibt El País. "Ich bin in 30 Jahren Karriere noch nie wegen Plagiats verurteilt worden", sagte Shakira. Nun bleibt abzuwarten, wie die Richter urteilen und ob Shakiras Einlage sie überzeugt hat.

Shakira und die Justiz, war da nicht was?

Ein Richter in New York hatte bereits 2014 den Shakira-Hit "Loca" als Plagiat eines dominikanischen Songs eingestuft, ein anderes US-Gericht machte das Urteil aber ein Jahr später wieder rückgängig. Die Popsängerin hat noch anderen Ärger mit der spanischen Justiz. Die wirft ihr vor, zwischen 2012 und 2014 rund 14,5 Millionen Euro am Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Im Juni soll sie sich dazu vor Gericht äußern, wohl ohne Gesangsprobe.

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