bedeckt München 14°

SZ-Kolumne "Bester Dinge":Rikscha statt Rollator

E-Rikschas: Neue Mobilität für Heimbewohner
(Foto: Nadine Weigel/dpa)

Ältere Menschen trauen sich oft nicht mehr aufs Fahrrad. Dabei tut der Fahrtwind doch so gut. Aber es muss ja nicht immer ein Zweirad sein.

Von Viktoria Spinrad

Was haben John F. Kennedy, Mark Twain und Albert Einstein gemeinsam? Na? Sie alle waren begeisterte Radfahrer. Einstein soll sogar seine Relativitätstheorie eingefallen sein, als er mit dem Velo unterwegs war. Wen wundert's. Wer sich dem Groove des In-die- Pedale-Tretens hingibt, führt seine Gedanken spazieren, auf einen irdischen Vogelflug, der auch ohne Vollkasko funktioniert. Stützräder, Secondhand, Mountainbike, E-Bike - die Fahrräder entwickeln sich parallel zu den Phasen des Lebens. Und wie wäre es, im hohen Alter, mit einer Rikscha-Fahrt? Da muss man überhaupt nicht mehr selbst treten.

Vor acht Jahren holte Ole Kassow, ein Marketingspezialist aus Kopenhagen, seinen Bekannten, den 96 Jahre alten Thorkild, aus dem Altersheim ab und nahm ihn mit auf eine Rikscha-Tour, vorbei an dem Haus, in dem Thorkild früher wohnte, vorbei an dem Dessousgeschäft, das Thorkild einst führte. Eine Zeitreise.

Die Tour durch Kopenhagen wurde zum Gründungsmythos für die Bewegung "Radeln ohne Alter", die auch hierzulande an Fahrt aufnimmt . Landauf, landab gibt es immer mehr Oles und Thorkilds, die königlich von ihren E-Rikschas winken. Als erstes Bundesland hat Hessen zurzeit ein Pilotprojekt am Laufen. Eine Win-win-Situation: Während die älteren Herrschaften endlich mal wieder den Wind im Gesicht spüren, kann der jüngere Mensch am Steuer sich die Corona-Pfunde abtrainieren. Zumindest, solange er nicht mit dem "Super boost"-Modus schummelt.

Zu Einsteins Zeiten gab es den noch nicht. Gut so, sonst hätten wir vielleicht bis heute kein ordentliches Verständnis von Zeit und Raum. Aber auch das ist nur so eine Theorie.

Mehr gute Nachrichten lesen Sie hier.

© SZ/nas
Zur SZ-Startseite

SZ-Kolumne "Bester Dinge"
:Herzlichen Glückwunsch zum Zeugungstag!

Fußballer Antoine Griezmann ist zum dritten Mal Vater geworden - zum dritten Mal am 8. April. Das kann doch einfach kein Zufall sein.

Von Martin Zips

Lesen Sie mehr zum Thema