Lago Maggiore:Seilbahnunglück: Zwei Festgenommene wieder frei

Nach Seilbahn-Unglück in Italien

Blumen und eine Kerze liegen vor der Abfahrtsstation der Seilbahn von Stresa nach Mottarone.

(Foto: Antonio Calanni/dpa)

Nach dem Unfall mit 14 Toten sind zwei von drei Verdächtigen wegen mangelnder Beweise auf freiem Fuß. Der Dienstleiter muss laut einem Medienbericht aber in häuslichem Arrest bleiben.

Nach dem tödlichen Seilbahnunglück am Monte Mottarone in Norditalien sind zwei der drei festgenommenen Männer wieder auf freiem Fuß und einer im Hausarrest.

Wie die Nachrichtenagentur Ansa in der Nacht zu Sonntag berichtete, entließ die Untersuchungsrichterin in Verbania am Lago Maggiore den Geschäftsführer des Betreiberunternehmens und den Betriebsleiter aus der Haft. Die Beweise für eine Täterschaft der beiden seien nicht ausreichend gewesen, schrieb Ansa unter Berufung auf die Justiz. Lediglich der Dienstleiter muss dem Medienbericht zufolge in häuslichem Arrest bleiben. Die Untersuchungsrichterin hielt seine Aussagen für nicht glaubwürdig genug, zitierte Ansa die ermittelnde Staatsanwältin Olimpia Bossi.

Ungeklärt ist unterdessen immer noch, weshalb am Sonntag vor einer Woche das Zugseil der Seilbahn riss. Bei dem Unglück kamen 14 Menschen ums Leben, ein fünfjähriger Junge wurde schwer verletzt. Nach bisherigem Ermittlungsstand riss das Kabel kurz vor der Ankunft an der gut 1300 Meter über dem Meer gelegenen Bergstation. In diesem Fall hätte eine Notbremse greifen müssen, was nicht geschah. Die Gondel raste mit hoher Geschwindigkeit an den Tragseilen zurück Richtung Tal, knallte an einen Seilbahn-Pfeiler und überschlug sich mehrfach.

Es besteht der Verdacht, dass die Notbremse außer Kraft gesetzt wurde, weil es zuvor Unregelmäßigkeiten beim Betrieb der Bahn gegeben haben soll. So sollten anscheinend weitere Unterbrechungen des Betriebs nach der langen Corona-Zwangspause vermieden werden. Am Sonntag war in der Region Piemont für die Mittagszeit eine Schweigeminute geplant. Regionalpräsident Alberto Cirio hatte dazu aufgerufen.

© SZ/dpa/vwu/cku
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