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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Breiige Belohnung

Frischer Apfelkompott im Glas mit einem Apfel auf einem Holzuntergrund.
(Foto: Eva Gründemann/Mauritius mages/Pitopia)

Ein Mann in den USA findet am Straßenrand Bündel von 100-Dollar-Scheinen. Er macht den Besitzer ausfindig - und erhält einen essbaren Finderlohn.

Von Alexander Menden

Gibt es irgendein Geschenk, das mehr Wertschätzung signalisiert als selbst eingemachte Konfitüre, ein Glas in Rum eingelegter Pflaumen aus dem eigenen Garten oder ein halbes Kilo selbstgemachtes Apfelmus? Nein, natürlich nicht. Wie verhält es sich aber mit Eingekochtem als Finderlohn? Zählt das auch als Gipfel der Anerkennung? Um das herauszufinden, muss man Steve Harrison fragen.

Der Ingenieur aus Issaquah im US-Bundesstaat Washington war im Auto auf dem Weg zum örtlichen Supermarkt. Ein paar Stückchen Papier, die am Straßenrand herumflatterten, erregten seine Aufmerksamkeit. Er hielt an, stieg aus und stellte fest, dass es sich um einen Haufen 100-Dollar-Scheine handelte. Harrison klaubte sie auf und zählte sie: 10 000 Dollar. Ganz in der Nähe fand er eine Brieftasche, deren Besitzer laut dem darin befindlichen Führerschein ein gewisser Michael King war. Über seinen Nachbarn, der King zufällig kannte, nahm Harrison Kontakt auf. King hatte den Verlust bis dahin nicht einmal bemerkt. "Er sagte mir am Telefon aber sofort, dass er mir keinen Finderlohn werde geben können", erzählte Harrison der Seattle Times.

Michael King, ein Anstreicher im Ruhestand, hatte das Geld am gleichen Tag für eine berufliche Transaktion von der Bank geholt. Zum Dank überreichte er Harrison bei der Geldübergabe ein Glas mit selbst eingekochtem Apfelmus. "Es wurde mit Liebe und Sorgfalt hergestellt", sagte King der Zeitung - der gleichen Liebe und Sorgfalt, mit der Harrison ihn ausfindig gemacht und ihm "den Arsch gerettet" habe. Liebe, Sorgfalt - sie sind mit Geld nicht aufzuwiegen. Aber mit Apfelmus.

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© SZ/olkl
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