Schwerer Erdstoß nahe Kobe Mindestens 24 Verletzte durch Erdbeben in Japan

Ein schweres Erdbeben zerstört in Japan mehrere Häuser und verletzt 24 Menschen. Der Betreiber der beiden Atomreaktoren, die derzeit in Japan in Betrieb sind, versichert, alles sei in Ordnung. Nachbeben dürften folgen.

Um 5.33 Ortszeit bebte die Erde. Durch einen schweren Erstoß sind im Westen Japans mindestens 24 Menschen verletzt worden. Die Erschütterung der Stärke 6,3 zerstörte Behörden und Medien zufolge mehrere Häuser.

Das Epizentrum habe in einer Tiefe von rund 15 Kilometern nahe der Insel Awaji gelegen, hieß es. Die Erschütterung traf die Präfektur Hyogo nahe der Hafenstadt Kobe. Angaben der japanischen Wetterbehörde zufolge war zwar stellenweise ein leichter Anstieg des Meeresspiegels beobachtet worden, die Gefahr eines Tsunamis bestand demnach aber nicht.

Der Erdstoß war der schwerste in der Region Hyogo seit einem Beben der Stärke 7,2, durch das im Januar 1995 in Kobe mehr als 6400 Menschen ums Leben gekommen waren.

Der regionale Bahnverkehr wurde unterbrochen, die Hochgeschwindigkeitszüge drosselten das Tempo in der Gegend. Auch am internationalen Flughafen von Kansai und am Flughafen Itami von Osaka war der Betrieb zwischenzeitlich unterbrochen, wie der Nachrichtensender NHK berichtete. Im Laufe des Vormittags normalisierte sich der Verkehr wieder.

Regierung setzt Krisenstab ein

Der Stromversorger Kansai Electric Power erklärte, es habe keine Störungen in seiner Atomanlage Oi gegeben. Dort stehen die beiden einzigen Reaktoren, die derzeit in Japan in Betrieb sind. Der Betrieb laufe weiter, da keine Probleme festgestellt worden seien. Derzeit werde aber noch untersucht, ob es irgendwo Schäden gebe.

Vor rund zwei Jahren hatte ein Erdbeben der Stärke 9,0 den Nordosten Japans erschüttert und einen bis zu 20 Meter hohen Tsunami ausgelöst. Fast 16.000 Menschen starben, etwa 2700 Menschen gelten bis heute als vermisst. Das Erdbeben und der Tsunami lösten damals auch schwere Reaktorunfälle im Atomkraftwerk Fukushima aus. Es war der schwerste Atomunfall seit der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986. Noch immer leben Zehntausende Japaner in Behelfsunterkünften.

Wegen des Bebens von Hyogo hat die Regierung nun einen Krisenstab eingesetzt, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Regierungssprecher Yoshihide erklärte jedoch, offensichtlich habe das Erdbeben keine größeren Schäden angerichtet. Es wurden allerdings bereits mehrere Nachbeben registriert, die Behörden warnten vor weiteren Erschütterungen in den kommenden Tagen und riefen die Bevölkerung zur Vorsicht auf.

Da Japan regelmäßig von schweren Erdbeben erschüttert wird, hat das Land seine Infrastruktur so gut wie möglich gegen Erdstöße abgesichert. In weniger entwickelten Ländern kommt es daher bei vergleichbar starken Beben oft zu deutlich schwereren Schäden.