Süddeutsche Zeitung

Schwere Verwüstungen in Birma:Zyklon reißt Hunderte Menschen in den Tod

Ein verheerender Zyklon hat in Birma mehr als 350 Todesopfer gefordert. Tausende Gebäude seien zerstört worden.

Der tropische Wirbelsturm "Nargis" hat in Birma mehr als 350 Menschen in den Tod gerissen. Bisher seien 351 Opfer geborgen worden, teilten die Behörden am Sonntag in Rangun mit. 100.000 Menschen wurden demnach durch den Sturm obdachlos.

Rangun, an der Südküste gelegen, bekam die volle Wucht von Zyklon Nargis zu spüren. Dort brach sämtlicher Kontakt zur Außenwelt ab.

Der Strom fiel aus, die Internetleitungen blieben tot. In weiten Teilen der Küstenregion wurde nach Angaben der Exilregierung (NCGUB) in Bangkok der Notstand ausgerufen.

Tausende Häuser abgedeckt

Wie erste Fernsehbilder zeigten, wurden in Rangun bei Windgeschwindigkeiten von teils mehr als 200 Kilometern in der Stunde Tausende Häuser abgedeckt und Bäume umgerissen. Im Hafen sanken mehrere Schiffe oder wurden gegen die Hafenmolen geschleudert. Tausende Menschen flüchteten in Notunterkünfte.

Mehrere Generäle der Militärregierung, die normalerweise in ihrer neu gebauten Hauptstadt Naypyidaw 300 Kilometer landeinwärts residiert, eilten ins Katastrophengebiet. Reis und Speiseöl wurden verteilt. Nächsten Samstag sollte in Birma erstmals seit 18 Jahren gewählt werden. Die Menschen sollten in einem Referendum über die neue Verfassung abstimmen, mit der die Militärjunta sich ein Viertel der Sitze im Parlament sichern will. Ob sie an dem Wahltag festhält, war am Sonntag unklar.

Zyklon Nargis habe auch die Reisfelder in der Region des Irrawaddy-Flusses sowie in der Umgebung von Rangun und den Provinzen Mon und Karen zerstört, berichtete die Exil-Regierung in Bangkok. Dort befinden sich nach diesen Angaben vor allem viele Reissilos und -lager. "Das ganze Ausmaß der Schäden ist noch unbekannt, aber die Schadensmeldungen lassen vermuten, dass die Verwüstung und die Folgen für die Menschen verheerend sind", teilte sie mit. Sie appellierte an die große Gemeinschaft von Exil-Birmanen und die internationale Gemeinschaft, zu helfen.

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