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Schweiz:Zermatt verbietet Bernhardiner-Fotos vor dem Matterhorn

Bernhardiner

Beliebtes Urlaubsmotiv: Bernhardinderhunde vor dem Matterhorn. Zumindest in Zermatt wird es sie bald nicht mehr geben. Doch am Sankt-Bernhard-Pass (wie hier im Bild) soll es die Fotos weiter geben - mit artgerecht gehaltenen Hunden.

(Foto: Keystone Maire/dpa)
  • Die Gemeinde Zermatt geht gegen Urlaubsfotos mit Bernhardinerhunden am Matterhorn vor.
  • Stattdessen sollen nun Alphornbläser oder Menschen in Bernhardinerkostümen als Motiv für Touristen dienen.
  • Mit dem Verbot reagiert Zermatt auf die Kritik von Tierschützern. Sie bemängeln schon seit Jahren, dass die Hunde nicht artgerecht gehalten würden.

Bei Schweiz-Urlaubern ist es eines der beliebtesten Motive für Erinnerungsfotos: Bernhardiner im Vordergrund, das Matterhorn im Hintergrund. In Zukunft soll es diese Bilder nicht mehr geben. Die Gemeinde Zermatt will den Einsatz der Hunde im Gebirge unterbinden.

Damit reagiert die Gemeinde auf Kritik von Tierschützern. Seit Jahren kämpft etwa die Organisation Schweizer Tierschutz (STS) gegen die Zermatter Foto-Shootings mit Bernhardinern samt Schnapsfass am Hals. Sie kritisiert, die großen Hunde, die viel Auslauf bräuchten, würden nicht artgerecht gehalten und seien "unter erbärmlichen, tierschutzwidrigen Umständen in einem Abbruchhaus untergebracht".

Was mit den Hunden passieren soll

Sechs betroffene Foto-Bernhardiner sollen nun ein neues Zuhause finden: Die Stiftung Barry bot an, die Tiere aus Zermatt zu übernehmen. Die Organisation kümmert sich seit 2005 auf dem Alpenpass Grosser Sankt Bernhard um die Zucht des Schweizer Nationalhundes. Benannt ist sie nach dem 1814 gestorbenen Lawinenhund Barry, der zusammen mit Mönchen im Gebiet des Bernhard-Passes rund 40 Menschen gerettet haben soll. Die Stiftung veranstaltet dort artgerechte Wanderungen mit Bernhardinern - mit denen man sich dabei allerdings auch fotografieren lassen kann.

Welche Alternativen für Touristen geplant sind

In Zermatt werde derweil als Alternative der Einsatz von Alphornbläsern geprüft - oder auch von Menschen in Bernhardiner-Kostümen nach dem Vorbild der amerikanischen Disney-Parks. Das berichtet die Zeitung Walliser Bote.

Unterbunden ist künftig allerdings nur der Einsatz der Hunde auf Flächen, die der Gemeinde Zermatt gehören - darunter die malerischen Aussichtsplätze auf dem Gornergrat und dem Sunnegga.

"Falls jemand Bernhardiner auf privaten Grundstücken als Fotomodell anbietet, können wir wenig machen", sagte die Gemeindepräsidentin. "Allerdings lehnen das die meisten Menschen in der Gemeinde Zermatt ab."

Deshalb gehe man davon aus, dass es spätestens zur Winter-Saison in der Region am Matterhorn keine Foto-Angebote mit Bernhardinern mehr geben werde. Vorher könne dies ausnahmsweise noch vereinzelt möglich sein. "Es gibt für den Sommer Verträge mit japanischen Reiseveranstaltern, die eingehalten werden müssen - es sei denn, sie haben ein Einsehen und verzichten darauf."

© SZ.de/dpa/ebri/cmy
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