Süddeutsche Zeitung

Schweiz:Polizei zerschlägt Pädophilen-Netz

Der Schweizer Polizei ist ein Schlag gegen ein Pädophilen-Netz gelungen. Ermittler entdeckten knapp 2300 IP-Adressen mit kinderpornographischen Inhalten.

Der Schweizer Polizei ist ein großer Schlag gegen ein internationales Netz von Pädophilen gelungen. Sie machte 2299 Computeradressen in 78 Ländern ausfindig. Alle nutzten versteckte Dokumente im Internet, wie die Polizei mitteilte.

Interpol Brüssel wies die Polizei des Kantons Waadt darauf hin, dass auf einer Internetseite zum Thema Hip-Hop Dateien mit Kinderpornographie versteckt seien. Das File enthielt nach Polizeiangaben rund 100 Videos mit Kinderpornographie. Sie wurden für je zehn Dollar pro Film beziehungsweise für 500 Dollar für sämtliche Videos angeboten.

Fälle in 13 Kantonen

"Das ist die größte Affäre dieser Art, die bislang in der Schweiz aufgedeckt wurde", sagte ein Sprecher der waadtländischen Polizei. In der Schweiz selbst ermittelten die Beamten seit Mai 2008 bislang insgesamt 32 Fälle in 13 Kantonen. Ermittelt werde in acht Deutschschweizer und in drei Westschweizer Kantonen sowie im Tessin.

Ohne Wissen des Webmasters hatten den Angaben zufolge Tausende Pädophile aus aller Welt Zugang zu den Dokumenten. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter in Osteuropa leben. Sie hätten Sicherheitslücken ausgenutzt, um ihre Dateien zu platzieren.

Versteckt auf Hip-Hop-Seiten

In Polen wurden nach Angaben der Schweizer Polizei 31 Menschen festgenommen; bei mehreren Hausdurchsuchungen wurden dort insgesamt 40 Computer und mehr als tausend CDs mit kinderpornographischem Material beschlagnahmt. In Griechenland schlugen die Ermittler ebenfalls zu. In den USA warte ein geständiger Lehrer aus Boston im Gefängnis auf seine Verurteilung. In der Schweiz sollen im bisher größten Fall von Kinderpornographie des Landes 32 Männer unter Verdacht stehen.

Der Fall ist laut Polizeisprecher Jean-Christophe Sauterel einzigartig. Noch nie seien auf einer legalen Internetseite so viele pornographische Aufnahmen versteckt worden, sagte er der Schweizer Nachrichtenagentur SDA. Die Polizei musste nach eigenen Angaben schnell handeln. In einigen Ländern bewahren Internet-Provider Daten von IP-Adressen, mit denen man Computer identifizieren kann, nur einige Wochen oder wenige Monate auf.

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dpa/AP/AFP/vw/abis
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