In der Schweiz sind am Dienstag bei einem Brand eines Linienbusses mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Mindestens vier Passagiere und ein Helfer wurden in der Gemeinde Kerzers im Kanton Freiburg verletzt. Drei der Verletzten schwebten am Abend noch in Lebensgefahr. Das teilte die Polizei auf einer Pressekonferenz mit.
Die Ermittler sehen derzeit keine Anhaltspunkte für einen terroristischen Hintergrund. Das sagte der Kommunikationschef der Kantonspolizei Freiburg, Martial Pugin, im öffentlich-rechtlichen Radio RTS. Die Ermittler gehen von einer vorsätzlichen Tat aus: Ein Passagier habe das Feuer im Inneren des Fahrzeugs wahrscheinlich selbst gelegt.
Der mutmaßliche Täter hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft wohl psychische Probleme. Er werde als Person beschrieben, die am Rande der Gesellschaft lebte und gestört gewesen sei, hieß es.
Die Behörden untersuchen Berichte, wonach sich der mutmaßliche Täter mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen haben soll, wie eine Polizeisprecherin ergänzte. Die Zeitung Blick zitiert einen Augenzeugen vor Ort, nach dessen Angaben ein Mann Benzin im Bus ausgeschüttet und sich selbst in Brand gesetzt haben soll.
Auf Videos ist zu sehen, wie das Fahrzeug in Vollbrand steht. Darauf sind meterhohe Flammen zu sehen. Die Feuerwehr löschte das Feuer, aber der Bus brannte völlig aus. An der Straße war später nur noch das Metallgerippe des Busses zu sehen.
Identifizierung der Toten könnte mehrere Tage dauern
Die Polizei konnte bislang nicht sagen, wie viele Passagiere im Bus waren oder wer die Toten sind. Die Behörden gehen aber davon aus, dass der mutmaßliche Täter unter den Todesopfern ist, berichtet die Deutsche-Presseagentur. Insgesamt sind bei dem Feuer mindestens sechs Menschen gestorben. Fünf Menschen wurden teils schwer verletzt, darunter ein Sanitäter. Die Identifizierung aller Toten könnte laut Polizei mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Der Bus des Unternehmens Postauto verkehrte auf einer Strecke zwischen der Ortschaft Düdigen und Kerzers. Postauto verbindet in der Schweiz vor allem ländliche Gebiete. Kerzers liegt etwa 20 Kilometer westlich von Bern. Der Brand sei kurz vor der Endstation in Kerzers ausgebrochen.
Der Bundespräsident der Schweiz, Guy Parmelin, zeigte sich am Dienstagabend betroffen. In einer Mitteilung auf X schrieb er: „Es bestürzt mich und macht traurig, dass wiederum Menschen in der CH bei einem schweren Brand ums Leben gekommen sind.“ Die Hintergründe würden geklärt. Den Angehörigen der Verstorbenen von Kerzers sprach er sein Beileid aus. „Und ich denke an die Verletzten & die Rettungskräfte.“
Anmerkung der Redaktion: Wir berichten in der Regel nicht über Selbsttötungen. Grund dafür ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Suizide. Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen von Suizidgedanken, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge ( www.telefonseelsorge.de ). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

