Schweiz:Vorgeführt wie Hannibal Lecter

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Schweiz: Brian K., hier auf einer Gerichtszeichnung, saß mehr als dreieinhalb Jahre in Isolationshaft. Der UN-Sonderberichterstatter für Folter kritisierte die Haftbedingungen als unzumutbar.

Brian K., hier auf einer Gerichtszeichnung, saß mehr als dreieinhalb Jahre in Isolationshaft. Der UN-Sonderberichterstatter für Folter kritisierte die Haftbedingungen als unzumutbar.

(Foto: Linda Graedel/picture alliance/Keystone)

Brian K., der bekannteste Häftling der Schweiz, sollte eigentlich freikommen. Doch daraus wurde nichts, weil er mehr als 30 Straftaten begangen haben soll - während er in Isolationshaft saß. Wie kann das sein? Ein Einblick in die Akten offenbart einen Kreislauf aus Verzweiflung und Gewalt.

Von Liliane Minor

Es war ein Hin und Her, wie es die Schweizer Justiz selten gesehen hat, und kurz sah es so aus, als könnte das Drama um den wohl bekanntesten Häftling des Landes nach fast zehn Jahren ein Ende nehmen. Am 1. November beschloss das Zürcher Obergericht, Brian K. nach Jahren in der Zelle auf freien Fuß zu setzen. Doch daraus wurde nichts. Nur eine Woche später ordnete das Zürcher Zwangsmaßnahmengericht auf Antrag des Staatsanwalts erneut Untersuchungshaft an. Dem 27-Jährigen werden weitere Straftaten vorgeworfen, fast alle begangen während seiner Isolationshaft. Wie kann das sein?

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