Süddeutsche Zeitung

Schüler mit Luftgewehr bewaffnet:Polizei in Texas erschießt 15-Jährigen

Die Polizisten fordern ihn immer wieder auf, die Waffe fallen zu lassen - vergeblich. Dann erschießen sie den Achtklässler. Später stellt sich heraus: Es war nur eine Luftdruckwaffe.

Er war in der achten Klasse, 15 Jahre alt und schien mit einer echten Pistole bewaffnet zu sein. Dann fielen auf dem Flur der Cummings Middle School in Brownsville drei Schüsse, der Junge starb. Er wurde von Einsatzkräften der texanischen Polizei erschossen. Seine Eltern fordern nun Aufklärung darüber, warum die vermeintlich versuchte Amoktat mit solcher Brutalität beendet wurde.

Die Waffe, die der Schüler in der Hand hielt und nach Polizeiangaben nicht fallen lassen wollte, war - so stellte sich später heraus - eine Druckluftwaffe, die einer Feuerwaffe sehr ähnlich sah. Zu dem Vorfall kam es nach einer Auseinandersetzung im Klassenzimmer. Ein Notruf ging bei der Polizei ein, in dem von einem bewaffneten Schüler die Rede war. 20 Minuten später waren die Einsatzkräfte der südtexanischen Stadt vor Ort. Nach Angaben der Behörden forderten sie den Jungen mehrfach auf, die Waffe niederzulegen - vergeblich.

Der Vorfall ereignete sich in Brownsville, ganz im Süden des US-Bundesstaats Texas, nahe der Grenze zu Mexiko. Die Lehrer schalteten das Licht aus, und schlossen ihre Schüler in den Klassenzimmern ein. Zeugen berichten von Gebrüll und Schüssen auf dem Flur der Schule.

"Warum wurde so viel Gewalt angewandt, um ihn aufzuhalten?", fragte der Vater des getöteten Jungen. "Drei Schüsse. Warum nicht einer, der ihn zu Fall gebracht hätte?" Die Mutter sprach von einer Ungerechigkeit. "Ich weiß, dass mein Sohn nicht perfekt war, aber er war ein toller Junge."

Der örtliche Polizeichef entgegnete der Kritik. Seine Beamten hätten jedes Recht, sich und andere Schüler zu verteidigen.

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