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Schüler gedenken totem Mitja:Luftballons mit Wünschen

Die Mitschüler des ermordeten Jungen haben zu dessen zehntem Geburtstag in Leipzig mit einer besonderen Aktion gedacht.

An der Grundschule im Leipziger Stadtteil Stahmeln, in der Mitja in die zweite Klasse ging, ließen die Kinder und zahlreiche Eltern rund 150 Luftballons steigen.

Mitschüler des ermordeten Jungen lassen Luftballons steigen: "Ich finde es gut, dass die Kinder auf diese Weise Abschied nehmen können."

(Foto: Foto: ddp)

Viele hatten kleine Karten mit Wünschen für Mitja daran befestigt. Eine der Mütter, Susann Franke, deren zehnjährige Tochter in die vierte Klasse geht, sagte: "Ich finde es gut, dass die Kinder auf diese Weise Abschied nehmen können."

Mitja war am 22. Februar von der Schule nicht nach Hause gekommen. Aufnahmen einer Überwachungskamera in der Straßenbahn zeigten, wie er neben dem vorbestraften 43-jährigen Uwe K. saß. Danach wurden beide beim Bäcker gesehen.

Am 24. Februar fanden Polizisten in der Gartenlaube des fünffach vorbestraften Kinderschänders die Leiche des Neunjährigen. Ein Gartennachbar hatte K. auf den Fotos erkannt und die Polizei so auf seine Spur gebracht.

Unter dem Druck der intensiven Fahndung versuchte Uwe K. nach fast einwöchiger Flucht, sich mit einem Sprung vor eine Straßenbahn das Leben zu nehmen. Dabei war er schwer verletzt worden. Der 43-Jährige liegt im Haftkrankenhaus in Leipzig.

Der Haftbefehl lautet auf dringenden Tatverdacht wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen. Nach dem ersten rechtsmedizinischen Gutachten wurde der Junge erstickt; auf welche Weise, werde noch untersucht, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ricardo Schulz.

© AP
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