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Wintereinbruch:Schnee schaufeln rund um die Uhr

Wetterextrem in Österreich

Viele Entscheidungen werden mithilfe vorher durchgespielter Szenarios gefällt - ob die Evakuierung eines Festzelts oder eines zugeschneiten Dorfs.

(Foto: WetterOnline Meteorologische Dienstleistungen)

Nach den heftigen Niederschlägen in Österreich und Norditalien sind die Räumdienste im Dauereinsatz. Und es soll noch mehr Schnee kommen.

Von David Pfeifer, Sexten

Wer derzeit in Südtirol festsitzt, der wacht morgens vom Brummen der Räummaschinen auf und beginnt den Tag mit einer Stunde Schneeschaufeln. Dafür wird man mit einer Winterlandschaft belohnt, für die normalerweise viele Touristen gutes Geld bezahlen. Denn seit Samstag schneit es in der gesamten Region wie selten sonst. Dabei zeigt sich der Schnee aber nicht nur als schön, sondern vor allem als Naturgewalt. Zugverbindungen sind ausgefallen, weil Erdrutsche die Schienen unter sich begraben haben. Zwölf sogenannte Murgänge wurden am Wochenende gemeldet, dazu 21 Lawinen. Ein Mann wurde von einem Baum erschlagen, ein anderer von einer Mure begraben. In Lienz in Osttirol, so berichtete es ein Außenreporter im ORF, sei in zwei Tagen mehr Schnee gefallen, als sonst in einem ganzen Winter.

Weiter südlich ist es vor allem der Regen, der den Menschen zu schaffen macht und der vor allem im Norden und Osten Italiens aber auch in der Emilia-Romagna zu Überschwemmungen geführt hat. Rund 430 Menschen mussten bei Evakuierungen gerettet werden. Der Zivilschutzbehörde zufolge galt am Dienstag für die Regionen im Nordosten Italiens sowie um Rom und südlich davon die höchste Wetterwarnstufe Rot.

Überschwemmungen nahe Modena.

(Foto: AP/AP)

In Sexten, einem Urlaubsort in den Dolomiten, bekannt durch die Drei Zinnen, wäre am vergangenen Wochenende eigentlich die Wintersaison losgegangen. Doch der Ort liegt ganz ruhig da, wenn man von den Schneeräumern im Dauereinsatz absieht.

Die Hotels dürften öffnen, aber es lohnt sich kaum. Denn einerseits können durch die Ausgangsbeschränkungen kaum Touristen aus Deutschland und Österreich anreisen, andererseits hat die italienische Regierung beschlossen, den inländischen Reiseverkehr ab dem 21. Dezember zu unterbinden, damit beispielsweise nicht die Römer in ihre Ferienwohnungen in Cortina d'Ampezzo reisen können, wo sie eine besonders üppige weiße Weihnacht erwarten dürften.

Kals THEMENBILD - Situation in Kals, Ortsteil Lesach, aufgenommen am Sonntag, 6. Dezember 2020, in Osttirol. Der Winter

Üppiger Schnee in Osttirol.

(Foto: Eibner-Pressefoto/EXPA/Groder via www.imago-images.de/imago images/Eibner Europa)

Zwei Wochen vor Weihnachten fiel nun durch die besonders üppigen Schneefälle im Ultental, im Schnalstal und im Jaufental der Strom aus. Mehr als 3000 Haushalte blieben hier mehrere Tage ohne Strom. Im gesamten Alpenraum waren es 6000. 180 Einsatzkräfte von 14 freiwilligen Feuerwehren waren in Südtirol in der Nacht vom Montag auf Dienstag bis acht Uhr morgens unterwegs, in Sillian, einem Ort im benachbarten Osttirol, hatten sie das Schneeräumen erstmal aufgegeben.

Wie es weitergeht? Thomas Summerer, Bürgermeister von Sexten und Vorsitzender des Gemeindezivilschutzes, erklärt, "wir müssten die Lage jetzt im Griff haben. Es soll zwar noch mal ein halber Meter kommen, aber die Temperaturen sinken, der Schnee wird also trockener und damit leichter." Es gilt zwar immer noch Lawinenwarnung, aber sobald der Schnee nicht mehr so schwer und pappig ist, sollte sich die Situation entspannen.

© SZ/feko
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