Süddeutsche Zeitung

San Bernardino:Schießerei in Kalifornien: Ermittler identifizieren getötete Verdächtige

  • Zwei Angreifer haben in San Bernardino östlich von Los Angeles 14 Menschen erschossen und 17 weitere verletzt.
  • Die Täter griffen offenbar eine Weihnachtsfeier an, die in einer gemeinnützigen Einrichtung stattfand.
  • Die Täter konnten zunächst fliehen, Stunden später stellte die Polizei zwei Verdächtige in ihrem Fahrzeug und tötete sie in einem Schusswechsel.

Bei einer Schießerei in einer gemeinnützigen Einrichtung im kalifornischen San Bernardino sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen, 17 weitere wurden verletzt. Ein Mann und eine Frau waren um 11 Uhr vormittags (Ortszeit) während einer Weihnachtsfeier in ein Gebäude des Inland Regional Center eingedrungen und hatten mit Sturmgewehren und Pistolen das Feuer eröffnet. "Sie waren so angezogen, dass wir davon ausgehen, dass sie vorbereitet waren", erklärte Polizeichef Jarrod Burguan. Die Angreifer trugen demnach "Sturmangriff-ähnliche Kleidung". Das Massaker ist das schlimmste seit dem Massenmord in der Sandy-Hook-Grundschule im Bundesstaat Connecticut 2012. Damals kamen 26 Menschen, darunter viele Kinder, ums Leben. San Bernardino liegt etwa anderthalb Stunden östlich von Los Angeles.

Polizei tötet flüchtige Verdächtige

Die Täter flüchteten nach den Morden zunächst in einem dunklen SUV. Nach Angaben der Polizei führte ein Tipp zu einem Gebäude im benachbarten Ort Redlands. Als Beamte gegen 15 Uhr Ortszeit das Objekt durchsuchen wollten, flohen ein Mann und eine Frau in einem dunklen SUV zurück nach San Bernardino. Dort kam es zu einem Schusswechsel mit zahlreichen Polizeibeamten, die beiden Verdächtigen wurden getötet. Das Fernsehen zeigte am Nachmittag Luftaufnahmen, auf denen das durchlöcherte Auto zu sehen ist, neben ihm ein lebloser Körper.

Was über die Verdächtigen bekannt ist

Polizeichef Burguan trat am späten Abend (Ortszeit) erneut vor die Presse. Die beiden toten Verdächtigen seien als Syed Rizwan Farook, 28, und Tashfeen Malik, 27, identifiziert. Die beiden seien liiert oder verheiratet gewesen. Es werde nicht davon ausgegangen, dass es weitere Schützen gegeben habe. Farook hatte demnach als städtischer Angestellter für den Gesundheitsdienst gearbeitet. Er war selbst auf der Weihnachtsfeier, zu der sich Mitarbeiter der Stadt versammelt hatten. Er verließ die Feier Medienberichten zufolge nach einem Disput. Später kehrte er den Angaben der Polizei zufolge mit Tashfeen Malik zurück - gemeinsam töteten sie 14 Menschen. Über das Motiv sagte Burguan nichts, er wollte einen terroristischen Hintergrund weder bestätigen noch dementieren. Auch über einen Gegenstand, den die Polizei auf dem Gelände gefunden hatte, und bei dem es sich um einen Sprengsatz handeln könnte, konnte er keine genaueren Angaben machen.

Das ist das Inland Regional Center

Die gemeinnützige und staatlich geförderte Einrichtung unterstützt Menschen mit Entwicklungsstörungen wie Autismus und zerebraler Kinderlähmung. In dem Komplex in San Bernardino arbeiten mehr als 600 Menschen. Zwei von drei Gebäuden sind nur mit einer Zugangskarte betretbar - die Angreifer hatten das dritte Gebäude aufgesucht.

Obama: "Muster von Massenschießereien"

In einem Interview mit dem Fernsehsender CBS sagte US-Präsident Obama, dass die Einzelheiten des Vorfall noch nicht geklärt seien. "Die eine Sache, die wir aber wissen, ist, dass wir jetzt ein Muster von Massenschießereien in diesem Land haben, das es nirgendwo sonst auf der Welt gibt", fügte der Präsident hinzu. In den 336 bisherigen Tagen dieses Jahres haben die USA bereits 355 Massenschießereien erlebt.

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