Schaulustige Gaffer sollen Todeskampf von Unfallopfer gefilmt haben

Der Fahrer dieses ausgebrannten Lastwagens starb noch im Führerhaus.

(Foto: dpa)

Die Polizei in Hessen hat die zwei Männer festgenommen.

Ein Mann verbrennt in seinem Lastwagen - und zwei Männer sollen seinen Todeskampf gefilmt haben. Nun hat die Polizei die zwei mutmaßlichen Gaffer geschnappt. Einer von ihnen stellte sich den Ermittlern, nachdem die Behörden ein Foto im Internet veröffentlicht hatten. Die Tatverdächtigen sind 33 und 36 Jahre alt, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten.

Der Lastwagenfahrer war am 8. Juli auf der Autobahn 60 bei Ginsheim-Gustavsburg in Hessen an einem Stauende auf einen stehenden Sattelzug aufgefahren. Dabei wurde der 59-Jährige in seinem Führerhaus eingeklemmt. Beide Fahrzeuge fingen Feuer. Während zwei Ersthelfer vergeblich versuchten, den Eingeklemmten zu befreien, zückten die beiden Verdächtigen angeblich ihre Handys und filmten die Szene.

Ob das stimmt, muss nun die Auswertung der Mobiltelefone zeigen. Die Ermittler wollen auch herausfinden, ob die Rettung des Fahrers möglich gewesen wäre, wenn die beiden Männer geholfen hätten. Wann die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen, steht der Staatsanwaltschaft zufolge noch nicht fest.

Wer Fotos oder Filmaufnahmen macht, die "die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau" stellen, begeht eine Straftat (§ 201a StGB). Auf die beiden mutmaßlichen Täter kommt im Falle einer Verurteilung demnach eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe zu.

Aus dem Weg, Gaffer!

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